Überraschendes Aus beim BVB
Niklas Süle wird seine aktive Laufbahn nach dieser Saison beenden. Das sagte der 30 Jahre alte Innenverteidiger von Borussia Dortmund im Podcast „Spielmacher“ von 360Media.
Der Schritt kommt durchaus überraschend. Als Niko Kovac in Dortmund übernahm, galt Süle bei entsprechender Fitness noch als Kandidat für die Weltmeisterschaft. Stattdessen hört der 49-malige Nationalspieler nun gut einen Monat vor Turnierbeginn auf. Klar ist auch: Sein im Sommer auslaufender Vertrag beim BVB wird nicht verlängert.
Schlüsselmoment nach Knieverletzung in Hoffenheim
Nach eigenen Angaben trug sich Süle schon länger mit dem Gedanken an einen Rücktritt. Die endgültige Entscheidung fiel jedoch nach dem Bundesligaspiel des BVB bei seinem Ex-Club Hoffenheim vor drei Wochen.
Beim 1:2 verletzte er sich am Knie und befürchtete zunächst einen Kreuzbandriss. Süle schilderte, dass er in diesem Moment sofort an eine schwere Verletzung gedacht habe. Danach sei er in die Dusche gegangen und habe dort zehn Minuten geweint.
MRT brachte Entwarnung – und Gewissheit
Am Tag darauf folgte im MRT die Entwarnung: Das Kreuzband war nicht gerissen. Gerade diese Nachricht habe ihm dann „zu tausend Prozent“ klargemacht, dass für ihn Schluss sei.
Er habe sich bereits auf die Zeit nach dem Fußball gefreut – auf mehr Unabhängigkeit, Reisen und Zeit mit seinen Kindern. Die Vorstellung, stattdessen noch einmal einen dritten Kreuzbandriss und eine lange Reha verarbeiten zu müssen, sei für ihn unerträglich gewesen.
Obwohl die Verletzung sich am Ende nicht als so schwer herausstellte, war das für seine Entscheidung unerheblich. Sogar weitere Einsätze in den letzten Saisonspielen schloss Süle nicht aus.
Viele Verletzungen und ständige Debatten über die Fitness
In seinen Aussagen wird deutlich, wie sehr ihn die vielen Verletzungen seiner Karriere und die anhaltenden Diskussionen über seinen Fitnesszustand belastet haben. Süle sagte, dieses Thema habe ihn über Jahre verfolgt.
Aus seiner Zeit beim FC Bayern berichtete er von großem Druck beim wöchentlichen Wiegen. Unter Jupp Heynckes habe er mittwochs teilweise nichts gegessen und abends mit Regenjacke in der Sauna gesessen, um bis zum nächsten Tag mehrere Kilo zu verlieren.
Über sein Potenzial verfügten in Deutschland nur wenige Verteidiger. Dennoch blieb bei Süle stets der Eindruck, dass er seine Möglichkeiten nicht konstant genug ausschöpfen konnte. Auch Kovac, der ihn schon in München sehr schätzte, bekam ihn in Dortmund nicht dauerhaft in Topform.
BVB-Zeit endet nach vier Jahren
Borussia Dortmund hatte bereits zuvor mitgeteilt, den im Sommer auslaufenden Vertrag des Abwehrspielers nach vier Jahren nicht zu verlängern. Damit endet Süles Zeit beim BVB nach der laufenden Saison.
Trotz aller Probleme habe er sich im Ruhrgebiet sehr wohlgefühlt. Vor allem die offene Art der Dortmunder Fans und Menschen in der Stadt habe er geschätzt. Einen Wechsel zu einem anderen Club soll es nicht mehr geben.
Erfolgreiche Jahre mit Bayern und 49 Einsätze für Deutschland
Der Verteidiger absolvierte zwischen 2016 und 2023 insgesamt 49 Spiele für die deutsche Nationalmannschaft. Seine Profikarriere begann bei der TSG Hoffenheim. Zur Saison 2017/18 wechselte er zum FC Bayern München, wo er die erfolgreichste Phase seiner Laufbahn erlebte: fünf deutsche Meisterschaften, zwei DFB-Pokalsiege und 2020 der Triumph in der Champions League.
Im Sommer 2022 schloss sich Süle Borussia Dortmund an. Nun steht fest: Im Sommer ist Schluss.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion