Fußball

Leipzig träumt groß – St. Pauli droht der Absturz

Leipzig löst das Königsklassen-Ticket – und bei St. Pauli wird eine vergebene Mega-Chance zum bitteren Absturz-Alarm.

09.05.2026, 17:29 Uhr

RB Leipzig macht Champions-League-Teilnahme perfekt – St. Pauli vor Endspiel gegen Wolfsburg

RB Leipzig hat sein Ziel erreicht und sich mit einem 2:1 (1:0) gegen den FC St. Pauli die Teilnahme an der Champions League gesichert. Die Gäste aus Hamburg bleiben nach der Niederlage Tabellen-17. und stehen damit weiter dicht vor dem Gang in die 2. Bundesliga. Am letzten Spieltag kommt es für die Kiezkicker nun zum entscheidenden Duell mit dem VfL Wolfsburg.

Vor 47.800 Zuschauern in Leipzig brachte Xaver Schlager die Gastgeber kurz vor der Pause in Führung (45.). Für den Österreicher, der den Verein verlassen wird, dürfte es eines der letzten Tore im RB-Trikot gewesen sein. Nach dem Seitenwechsel legte Kapitän Willi Orban nach einer weiteren Ecke das 2:0 nach (54.). Abdoulie Ceesay verkürzte in der Schlussphase mit einem sehenswerten Volley noch auf 1:2 (86.), konnte die Niederlage St. Paulis aber nicht mehr verhindern.

Schweigeminute vor dem Anpfiff

Das Spiel begann mit stillen und ernsten Momenten. In Erinnerung an die beiden Todesopfer der Amokfahrt in der Leipziger Innenstadt am Montag sowie an die vielen Verletzten versammelten sich beide Mannschaften zu einer Schweigeminute im Mittelkreis. Aus dem Leipziger Fanblock waren diesmal keine Fahnen zu sehen, lediglich eine schwarz-weiße Leipzig-Fahne wurde geschwenkt. Auf einem Banner stand: „Leipzig steht zusammen – in jeder noch so dunklen Stunde.“

Zuvor hatte rund um das Stadion noch festliche Stimmung geherrscht. Leipzig hatte die Aufstiegsmannschaft von 2016 eingeladen, die vor zehn Jahren den Sprung in die Bundesliga geschafft hatte. Auch Ralf Rangnick, Architekt des Leipziger Erfolgs, war vor Ort. Aufsichtsratschef Oliver Mintzlaff fand lobende Worte für den früheren Wegbereiter: „Ralf Rangnick hat den Grundstein gelegt, ihm gebührt besonderer Dank.“ Auch Jürgen Klopp verfolgte die Partie.

RB Leipzig - FC St. Pauli
Xaver Schlager (2.v.l.) wird als Torschütze gefeiert. Quelle: Jan Woitas/dpa

St. Pauli verteidigt lange stark

Sportlich hatte sich St. Pauli viel vorgenommen und wollte zunächst vor allem sicher stehen. Das gelang den Gästen über weite Strecken der ersten Halbzeit ausgezeichnet. Mit zwei eng gestaffelten Fünferketten rund um den eigenen Strafraum machten die Hamburger die Räume dicht und ließen Leipzig kaum zur Entfaltung kommen. Den Sachsen fehlten Tempo, Ideen und Präzision. Die einzige nennenswerte Möglichkeit in der Anfangsphase vergab Ridle Baku, der den Ball nicht sauber traf (8.).

St. Pauli blieb dagegen mit schnellen Gegenstößen gefährlich. Die beste Gelegenheit zur Führung hatte Martijn Kaars in der 34. Minute, doch sein Abschluss krachte nur an die Latte.

Standards ebnen Leipzig den Weg

Weil aus dem Spiel heraus wenig gelang, musste für Leipzig einmal mehr eine Standardsituation helfen. Nach einer Ecke kam Christoph Baumgartner per Flugkopfball an den Ball, traf jedoch Schlager. Der Mittelfeldspieler reagierte blitzschnell, drehte sich und jagte den Ball in den Winkel. Es war ein besonderer Treffer für Schlager, der seinen auslaufenden Vertrag nicht verlängert und vor der Begegnung verabschiedet worden war.

Mit der Führung im Rücken bekam Leipzig nach der Pause mehr Freiheiten. Zunächst traf Asan Ouedraogo noch den Pfosten (54.), doch nur Augenblicke später fiel das 2:0. Wieder war eine Ecke der Ausgangspunkt: Orban köpfte aufs Tor, der Ball sprang an den langen Pfosten und von dort ins Netz.

In der 63. Minute schien Brajan Gruda sogar den dritten Leipziger Treffer erzielt zu haben, doch wegen einer Abseitsstellung zählte das Tor nicht. So blieb St. Pauli zumindest im Spiel und kam durch Ceesays starken Volley noch zum Anschlusstreffer. Für mehr reichte es jedoch nicht mehr.

Für Leipzig bedeutet der Sieg das erreichte Minimalziel Königsklasse. St. Pauli dagegen muss nun am letzten Spieltag auf ein Erfolgserlebnis gegen Wolfsburg hoffen, um den drohenden Abstieg noch abzuwenden.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

Zurück zur Startseite →
Kommentare 0
Hinterlassen Sie Ihren Kommentar

TOP Neueste Meldungen