FC Bayern sieht sich bei NBA-Europe-Plänen in starker Position
Beim Vorstoß der nordamerikanischen Profiliga NBA nach Europa rechnet sich der FC Bayern gute Chancen aus. Vereinspräsident Herbert Hainer betonte, dass der deutsche Rekordmeister durch seine enorme Bekanntheit und die große Anhängerschaft eine besondere Ausgangslage habe.
Auf einer Pressekonferenz zur Vorstellung des neuen Sport-Geschäftsführers Thorsten Leibenath erklärte Hainer, Vereine wie der FC Bayern, Real Madrid oder der FC Barcelona böten im Vergleich zu klassischen Basketballclubs eine deutlich größere Reichweite und emotionale Bindung der Fans. Dieser Faktor spiele bei der Bewertung möglicher Teilnehmer eine wichtige Rolle und sei auch der NBA bewusst.
Bayern und Alba als deutsche Kandidaten
Nach Informationen der dpa haben mehr als 20 Fußball- und Basketballvereine Interesse an einem Startplatz in der geplanten NBA Europe angemeldet. Aus deutscher Sicht gelten vor allem Alba Berlin und der FC Bayern München als aussichtsreiche Bewerber für einen der zwölf festen Plätze.
Auf die Frage, ob ihn ein weiteres angebliches Angebot aus München beunruhige, reagierte Hainer gelassen. Er machte deutlich, dass er davon ausgehe, dass wettbewerbsfähiger Basketball in München ohne den FC Bayern kaum vorstellbar sei.
Start für 2027 geplant
Die neue Liga soll im Oktober 2027 den Spielbetrieb aufnehmen. Vorgesehen sind zwölf feste Teilnehmer sowie vier weitere Teams, die sich über die Champions League qualifizieren. Noch ungeklärt ist, welche Rolle künftig die Euroleague spielen wird, die bislang als wichtigste europäische Vereinsliga im Basketball gilt.

Gespräche mit NBA und Euroleague
Hainer berichtete von intensiven Gesprächen mit NBA-Chef Adam Silver und Vize-Commissioner Mark Tatum. Gleichzeitig stehe der FC Bayern auch in engem Austausch mit der Euroleague. Da der Club dort Anteilseigner sei, habe man sowohl Verantwortung als auch ein eigenes Interesse daran, dass NBA und Euroleague zu einer gemeinsamen Lösung kommen.
Nach Ansicht Hainers wäre eine Zusammenarbeit beider Wettbewerbe wohl der beste Weg für den europäischen Markt. Zugleich betonte er, dass die NBA den FC Bayern unbedingt in dem neuen Projekt sehen wolle. Auch der Club selbst habe großes Interesse, als Basketballstandort München und als deutscher Vorzeigeverein dabei zu sein. Entscheidend sei jedoch, dass die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen am Ende überzeugten. Insbesondere eine mögliche Franchisegebühr müsse sich langfristig rechnen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber