Fußball

Riera muss gehen: Frankfurt zieht Konsequenzen

Nach dem Europa-Aus zieht Frankfurt drastische Konsequenzen: Trainer Riera muss schon nach 3,5 Monaten gehen.

17.05.2026, 21:49 Uhr

Eintracht Frankfurt hat Trainer Albert Riera mit sofortiger Wirkung freigestellt. Das teilte der Bundesligist einen Tag nach dem 2:2 gegen den VfB Stuttgart am letzten Spieltag mit. Nach einer enttäuschenden Saison und der verpassten Qualifikation für den Europapokal gehen die Hessen damit schon nach rund dreieinhalb Monaten wieder getrennte Wege. Ein Nachfolger steht zunächst nicht fest.

Sportvorstand Markus Krösche erklärte, nach intensiven Gesprächen sei man gemeinsam zu der Entscheidung gekommen, die Zusammenarbeit sofort zu beenden. Riera habe die Mannschaft in einer schwierigen Phase übernommen und mit großem Einsatz gearbeitet. Nach der Analyse der Entwicklung habe sich der Verein aber dazu entschlossen, zur neuen Saison einen anderen Weg einzuschlagen. Der Spanier besaß in Frankfurt noch einen Vertrag bis zum Sommer 2028.

Schwache Bilanz unter Riera

Sportlich blieb der erhoffte Aufschwung weitgehend aus. In 14 Partien unter dem 44-Jährigen gelangen nur vier Siege, dazu kamen fünf Unentschieden und fünf Niederlagen. Das entspricht im Schnitt 1,21 Punkten pro Spiel. Vorgänger Dino Toppmöller hatte in dieser Bundesliga-Saison im Durchschnitt 1,5 Zähler geholt. Einen schwächeren Punkteschnitt eines Frankfurter Trainers im Oberhaus gab es zuletzt 2015/2016 unter Armin Veh.

Die Eintracht blieb in den vergangenen fünf Spielen ohne Sieg und schloss die Saison nur auf Platz acht ab. Damit wurde die angestrebte Europapokal-Teilnahme klar verpasst. Zuletzt waren die Frankfurter in der Saison 2020/2021 nicht international vertreten.

Riera selbst übernahm die Verantwortung für die Ergebnisse. Sein einziger Fokus habe in dieser Zeit darauf gelegen, die Mannschaft zu verbessern und erfolgreich zu machen. Zudem habe er den Eindruck gehabt, den Club und die Spieler schützen zu müssen.

Nicht nur sportliche Gründe

Für die Trennung dürften allerdings nicht allein die Resultate verantwortlich gewesen sein. Auch Rieras teils rätselhafte und polarisierende Auftritte in Pressekonferenzen sowie ein offenbar angespanntes Verhältnis zu Teilen der Mannschaft spielten eine Rolle.

Im April hatte der Spanier etwa erklärt, er habe bei seinem Amtsantritt Anfang Februar in Bezug auf die Gegentorzahl die schlechteste Mannschaft Europas vorgefunden. Zudem setzte er Mario Götze zeitweise auf die Tribüne. Offensivtalent Can Uzun erhielt zwischenzeitlich kaum Einsatzzeit, obwohl es der Frankfurter Offensive oft an Kreativität fehlte. Riera begründete dies mit Defiziten gegen den Ball.

Ärger um Burkardt und Kritik der Fans

Besonders für Aufsehen sorgte eine scharfe Medienschelte Rieras vor dem Spiel gegen den Hamburger SV. Berichte über einen angeblichen Konflikt mit Nationalspieler Jonathan Burkardt bezeichnete er damals als „totalen Bullshit“. Zuvor war über Unstimmigkeiten wegen angeblich zu hoher Körperfettwerte des Stürmers berichtet worden. Demnach soll Riera das Thema nicht selbst mit Burkardt besprochen, sondern einen Co-Trainer vorgeschickt haben. Vor dem Spiel gegen Stuttgart erhielt Burkardt zudem eine Geldstrafe, weil er Riera Medienberichten zufolge beleidigt haben soll.

Auch bei den Fans hatte der Coach zuletzt viel Rückhalt verloren. Beim Saisonfinale gegen Stuttgart zeigten Anhänger ein Banner mit der Aufschrift „Nada de gracias, Alberto“ – auf Deutsch sinngemäß: „Danke für nichts, Alberto“.

Auch Krösche gerät unter Druck

Das gescheiterte Frankfurt-Experiment mit Riera belastet inzwischen auch Sportvorstand Krösche. Der Manager, der selbst noch bis 2028 an den Verein gebunden ist, hatte in den vergangenen Jahren häufig ein gutes Gespür bei Trainer- und Transferentscheidungen bewiesen. Zuletzt häuften sich jedoch die Fehlgriffe. Die kurze und erfolglose Amtszeit Rieras ist dafür nun das deutlichste Beispiel.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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