Neuer Mordprozess in Würzburg wegen Tat aus dem Jahr 1993
Mehr als 32 Jahre nach dem gewaltsamen Tod der 13-jährigen Sabine in Karlstadt-Wiesenfeld beschäftigt der Fall erneut das Landgericht Würzburg. Ab Montag um 9.00 Uhr muss sich ein Mann, der seit Jahren im Fokus der Ermittler steht, wieder wegen Mordes verantworten.
Die Anklage in dem Verfahren war bereits im Dezember 2021 erhoben worden. Ein Urteil aus dem Dezember 2024 gegen den heute 49-Jährigen hatte der Bundesgerichtshof im vergangenen Herbst jedoch aufgehoben. Damals war eine Jugendstrafe von sechseinhalb Jahren verhängt worden. Nun wird der Fall nochmals verhandelt, diesmal vor einer anderen Kammer.
Nach Angaben des Gerichts sind bis Ende Oktober insgesamt 26 Verhandlungstage vorgesehen. Weil der Angeklagte zur Tatzeit 17 Jahre alt war und damit nach Jugendstrafrecht behandelt wird, findet der Prozess unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.
Die Staatsanwaltschaft wirft dem Deutschen vor, die Schülerin am 15. Dezember 1993 auf einem abgelegenen Reiterhof im Karlstadter Ortsteil Wiesenfeld aus sexuellem Motiv getötet zu haben.
Jugendstrafrecht setzt auf Erziehung
In Verfahren gegen Jugendliche steht grundsätzlich der Erziehungsgedanke im Mittelpunkt. Das Landgericht weist jedoch darauf hin, dass bei besonders schweren Delikten auch der Ausgleich der Schuld bei der Strafzumessung eine Rolle spielen kann. Bei Mord liegt die Höchststrafe im Jugendstrafrecht bei zehn Jahren. Unter strengen Bedingungen kommt zudem Sicherungsverwahrung in Betracht. Andere mögliche Straftaten in dem Fall wären inzwischen verjährt; nicht jedoch Mord.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion