Das spektakuläre 3:3 zwischen Hannover 96 und dem 1. FC Nürnberg half am Ende vor allem den Gästen. Während der "Club" sich mit einer ordentlichen Leistung aus der Saison verabschiedete, platzten für Hannover die Hoffnungen auf den Aufstieg. Durch das Remis verpassten die Niedersachsen nicht nur den Sprung in die Bundesliga, sondern auch die Relegation.
Die Mannschaft, die vor dem letzten Spieltag noch auf Rang drei gestanden hatte, brachte eine zwischenzeitliche 3:2-Führung nicht über die Zeit. FCN-Coach Miroslav Klose zeigte Verständnis für die Enttäuschung beim Gegner: "Ich kann mir vorstellen, wie sich die Leute hier fühlen. Aber sie müssen es im nächsten Jahr wieder versuchen."
Anstatt die SV Elversberg noch von Platz zwei zu verdrängen, rutschte Hannover in der Abschlusstabelle sogar noch hinter den SC Paderborn auf Platz vier. Ein später Siegtreffer blieb aus. Nürnbergs Julian Justvan sprach nach der Partie von einem offenen Schlagabtausch: "Das Spiel kann in beide Richtungen gehen. Am Ende ist das Unentschieden gerecht."
Besonders bitter für 96: In der 83. Minute erzielte Luka Lotschoschwili den Ausgleich für die Franken und nahm Hannover damit endgültig die Chance auf den großen Wurf.
Frühe Wendungen vor großer Kulisse
Vor 49.000 Zuschauern in der ausverkauften Heinz von Heiden Arena, unter ihnen Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder, begann die Partie äußerst lebhaft. Während Hannovers Konkurrenten Elversberg und Paderborn früh vorlegten, ging auch Nürnberg in Führung: Mohamed Ali Zoma traf in der 25. Minute zum 1:0 für die Gäste.

Hannover antwortete noch vor der Pause. Zunächst glich Kolja Oudenne in der 30. Minute aus, dann brachte Waniss Taibi die Gastgeber kurz vor dem Halbzeitpfiff mit 2:1 nach vorn. Doch direkt nach Wiederbeginn folgte der nächste Rückschlag, als Zoma mit seinem zweiten Treffer das 2:2 erzielte (47.). Nur wenig später lag 96 dennoch wieder vorne, weil Lotschoschwili der Ball unglücklich zum Eigentor rutschte (51.).
Nürnberg macht weiter Druck
Trotz der lautstarken Unterstützung von den Rängen tat sich Hannover schwer, die Partie zu kontrollieren. Nürnberg blieb mit seiner offensiven Spielweise immer gefährlich, während die Gastgeber einige gute Möglichkeiten ungenutzt ließen.
Vor allem Daisuke Yokota hätte für 96 treffen können, scheiterte aber zweimal am starken Nürnberger Schlussmann Jan Reichert (17./41.). Ein zunächst gegebener Handelfmeter für Hannover wurde nach Videobeweis noch vor der Pause zurückgenommen.
Nach dem 3:2 zog sich Hannover zu weit zurück und überließ Nürnberg zunehmend das Spiel. Zwar hatte Mustapha Bundu noch zwei gute Chancen, auf 4:2 zu erhöhen (58./75.), doch insgesamt drängten die Gäste immer stärker auf den Ausgleich. Lotschoschwili und Zoma hatten ihn bereits auf dem Fuß, ehe der Georgier kurz vor Schluss mit seinem Treffer sämtliche Aufstiegsträume der Hannoveraner beendete.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion