Elversberg steigt erstmals in die Bundesliga auf
Die SV Elversberg hat Vereinsgeschichte geschrieben und sich zum ersten Mal den Aufstieg in die Fußball-Bundesliga gesichert. Mit einem souveränen 3:0 (2:0) am 34. Spieltag der 2. Liga gegen Preußen Münster beendete die Mannschaft von Trainer Vincent Wagner zugleich die 33 Jahre lange Bundesliga-Abstinenz des Saarlands. Zweitliga-Meister FC Schalke 04 hatte den Aufstieg bereits vor dem letzten Spieltag perfekt gemacht.
Für Elversberg ist der Erfolg auch eine späte Wiedergutmachung. Vor einem Jahr war der Traum vom Oberhaus noch in der Relegation gegen den 1. FC Heidenheim geplatzt. Diesmal gelang der entscheidende letzte Schritt.
Große Party im Saarland
Mit dem Schlusspfiff begann in Spiesen-Elversberg die große Aufstiegsparty. Die Fans stürmten das Spielfeld im kleinen Stadion, Trainer Vincent Wagner mischte sich mitten unter die feiernde Menge. Die Profis prosteten sich mit großen Biergläsern zu, aus den Lautsprechern lief „Sweet Caroline“.
Auch bei den Spielern war die Fassungslosigkeit groß. Stürmer Luca Schnellbacher sprach sinngemäß von einem Fiebertraum: Künftig gehe es nicht mehr gegen Münster oder Magdeburg, sondern gegen Bayern München und Borussia Dortmund. Dass sogar Stars wie Harry Kane nach Elversberg kommen könnten, hätte sich im Verein kaum jemand ausmalen können.
Paderborn in der Relegation gegen Wolfsburg
Der SC Paderborn wahrt ebenfalls seine Chance auf den Sprung in die Bundesliga. Die Ostwestfalen gewannen ihre Partie beim SV Darmstadt 98 mit 2:0 (1:0) und profitierten zugleich von einem Patzer von Hannover 96. Damit beendet Paderborn die Saison auf Rang drei und trifft nun in der Relegation auf den VfL Wolfsburg, der die Bundesliga als Tabellen-16. abschloss.
Das Hinspiel steigt am Donnerstag um 20.30 Uhr in Wolfsburg, das Rückspiel folgt am 25. Mai in Paderborn. Nachdem in Hannover das 3:3 gegen den 1. FC Nürnberg feststand, feierten die Paderborner ausgelassen vor ihren Fans.
In Hannover saßen unter anderem Wolfsburgs Trainer Dieter Hecking und Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder auf der Tribüne. Glück brachte der prominente Besuch nicht: Hannover kam trotz guter Ausgangslage nicht über das Remis hinaus und verpasste damit den Sprung auf den Relegationsrang.
Fortuna Düsseldorf steigt ab, Fürth darf hoffen
Im Tabellenkeller fiel die Entscheidung gegen Fortuna Düsseldorf. Die Rheinländer verloren das direkte Duell bei Greuther Fürth klar mit 0:3 (0:3), verspielten damit ihren Vorsprung auf die Franken und rutschen in die 3. Liga ab. Für Düsseldorf ist es der erste Absturz in die Drittklassigkeit seit 17 Jahren.
Nach dem Schlusspfiff herrschten bei Fortuna Trauer und Verzweiflung. Torhüter Florian Kastenmeier brach in Tränen aus, die übrigen Spieler wurden von den tief enttäuschten Anhängern lautstark ausgepfiffen. Vorstandschef Alexander Jobst sprach anschließend von großer Leere und Enttäuschung, nachdem der Club am letzten Spieltag noch alles in der eigenen Hand gehabt hatte.
Fürth zog noch vorbei und sicherte sich den Relegationsplatz. Dort treffen die Franken am Freitag und am 26. Mai auf Rot-Weiss Essen und kämpfen um das letzte Zweitliga-Ticket.
Eintracht Braunschweig rettete sich trotz einer 0:1-Niederlage beim bereits feststehenden Zweitliga-Meister Schalke 04. Auch Arminia Bielefeld schaffte den Klassenerhalt auf eindrucksvolle Weise: Nach frühem Rückstand drehte die Arminia das Spiel gegen Hertha BSC und gewann am Ende deutlich mit 6:1. Zwischenzeitlich war Bielefeld an diesem turbulenten Nachmittag sogar auf Rang 17 abgerutscht. Für Dynamo Dresden und den 1. FC Magdeburg bestand im weiteren Verlauf keine Abstiegsgefahr mehr.
Elversberg vor Duellen mit Bayern und Dortmund
Während zahlreiche Traditionsvereine um ihre sportliche Bedeutung kämpfen, steht Elversberg vor der größten Bühne des deutschen Fußballs. Der Ort mit rund 13.000 Einwohnern, etwa 15 Kilometer nordöstlich von Saarbrücken, wird ab August Gastgeber von Bundesliga-Partien gegen Schwergewichte wie den FC Bayern München oder Borussia Dortmund sein.
Vincent Wagner hatte das Traineramt vor der Saison von Horst Steffen übernommen. Zu Beginn seiner Amtszeit ließ er sich so lange nicht die Haare schneiden, bis die Mannschaft erstmals verlor. Vor dem entscheidenden Spiel gegen Münster verzichtete er diesmal jedoch auf besondere Wetten.
Trotz des Verlusts zahlreicher Leistungsträger und des Trainerwechsels blieb Elversberg die gesamte Saison über in der Spitzengruppe. Gegen Münster war der Grundstein früh gelegt: Bambasé Conté und zweimal David Mokwa sorgten schon in den ersten 15 Minuten für klare Verhältnisse und lösten bei den Fans großen Jubel aus.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion