Fußball

Blitztor zerstört Bayerns Final- und Tripletraum

Bayern raus! Kane trifft viel zu spät – nach dem Torfestival im Hinspiel platzt der Finaltraum gegen PSG brutal.

06.05.2026, 22:59 Uhr

Bayern scheitert an PSG: Traum vom Champions-League-Finale beendet

Der FC Bayern hat den Einzug ins Finale der Champions League verpasst und damit auch die Hoffnung auf das Triple begraben müssen. Gegen Titelverteidiger Paris Saint-Germain kamen die Münchner im Rückspiel der Vorschlussrunde in der Allianz Arena nicht über ein 1:1 hinaus. Nach dem spektakulären 4:5 im Hinspiel reichte das insgesamt nicht.

Während PSG nach dem Schlusspfiff ausgelassen jubelte, herrschte bei den Bayern Enttäuschung und Leere. Trainer Vincent Kompany gratulierte zunächst kurz seinem Gegenüber Luis Enrique und baute anschließend seine Spieler um Kapitän Manuel Neuer nacheinander wieder auf.

Neuer sprach danach von einer verpassten Chance. „Ich glaube, wir waren heute keine Killer in der Offensive. Wir hatten die Möglichkeit, das Spiel zu gewinnen“, sagte der Bayern-Kapitän bei DAZN. Entsprechend überwog bei ihm nach dem Aus die Enttäuschung.

Kanes spätes Tor reicht nicht mehr

Die Gäste aus Paris erwischten den deutlich besseren Start: Schon in der 3. Minute traf Ousmane Dembélé nach einer schnellen Kombination zur frühen Führung. Bayern lief damit von Beginn an einem Rückstand hinterher und fand gegen defensiv starke Franzosen lange keine Mittel. Der späte Ausgleich durch Harry Kane in der Nachspielzeit (90.+4) kam zu spät, um noch eine Verlängerung zu erzwingen.

Nach dem wilden Offensivspektakel im Hinspiel gelang es der Mannschaft von Vincent Kompany diesmal nie mehr, PSG ernsthaft an den Rand des Ausscheidens zu bringen. Die Münchner Offensivreihe um Kane, Michael Olise und Luis Díaz wurde vom Pariser Kollektiv weitgehend abgemeldet.

Pokalfinale in Berlin als letzte große Chance

Statt vom Königsklassen-Endspiel zu träumen, richtet sich der Blick in München nun auf das DFB-Pokalfinale am 23. Mai in Berlin gegen den VfB Stuttgart. Dort kann Bayern nun immerhin noch das Double perfekt machen. PSG trifft eine Woche später im Champions-League-Finale in Budapest auf den FC Arsenal um Kai Havertz.

Vor 75.000 Zuschauern entwickelte sich diesmal kein offener Schlagabtausch wie im Hinspiel, sondern ein intensives Duell, in dem Paris vor allem mit defensiver Stabilität überzeugte. Bayern hatte zwar mehr Ballbesitz, doch klare Möglichkeiten blieben lange Mangelware.

Neuer hält Bayern im Spiel

Manuel Neuer verhinderte mit mehreren starken Paraden einen noch größeren Rückstand. Nach der Pause rettete der Bayern-Kapitän, der vor den Augen von Bundestrainer Julian Nagelsmann auflief, mehrfach stark gegen Désiré Doué (56./64.) und Chwitscha Kwarazchelia (57.). Damit hielt er seine Mannschaft zumindest in Reichweite.

Trotz der lautstarken Unterstützung von den Rängen gelang es dem Team von Vincent Kompany jedoch nicht, die Offensive von Paris dauerhaft unter Druck zu setzen. Kane, Olise und Díaz bemühten sich, wurden vom geschlossenen Pariser Verbund aber weitgehend aus dem Spiel genommen.

Paris jubelt erneut in München

Für PSG war es erneut ein großer Abend in München. Ein Jahr nach dem 5:0 im Finale gegen Inter Mailand feierte die Mannschaft von Luis Enrique wieder in der Allianz Arena.

Die Atmosphäre war schon weit vor dem Anpfiff aufgeheizt. Bereits beim Aufwärmen hallten lautstarke „Auf-geht’s-Bayern-kämpfen-und-siegen“-Rufe aus der Südkurve. Vor dem Spiel forderte eine Choreografie unmissverständlich: „Schießt uns ins Finale!“ Kompany durfte nach seiner Gelb-Sperre aus dem Hinspiel diesmal wieder direkt an der Seitenlinie coachen.

Früher Schock für die Münchner

Doch der Plan bekam sofort einen Dämpfer. Ein einfacher Doppelpass zwischen Kwarazchelia und Fabián Ruiz hebelte die Münchner Defensive aus. Kwarazchelia legte anschließend quer auf Dembélé, der Neuer keine Chance ließ.

Damit geriet Bayern früh unter maximalen Druck. Im Gegensatz zum Viertelfinale gegen Real Madrid, als die Münchner trotz eines frühen Gegentors noch eine bessere Ausgangslage hatten, war die Situation diesmal deutlich schwieriger. Im Gesamtergebnis lag Bayern nun mit zwei Toren zurück, während Paris auf Konter lauern konnte.

Kompany veränderte seine Startelf dabei leicht und setzte diesmal auf Konrad Laimer statt Alphonso Davies. Doch auch diese Anpassung änderte zunächst nichts daran, dass Bayern dem Rückstand hinterherlief.

Diskussion um mögliche Handspiel-Szene

Für Aufregung sorgte im ersten Durchgang eine umstrittene Szene im Strafraum der Gäste. Nach einer Klärungsaktion sprang der Ball an den ausgestreckten Arm von João Neves. Bayern reklamierte lautstark Elfmeter, doch Schiedsrichter João Pinheiro ließ weiterspielen. Auch von den Tribünen gab es deutliche Proteste.

Kurz danach bewahrte Neuer seine Mannschaft erneut vor dem 0:2, als er einen Kopfball von João Neves stark entschärfte. Auf der anderen Seite hatte Jamal Musiala kurz vor der Pause den Ausgleich auf dem Fuß, doch PSG-Torwart Matwei Safonow reagierte glänzend.

Bayern findet zu spät die Antwort

Nach dem Seitenwechsel stemmte sich Bayern zwar gegen das Ausscheiden, doch die Mannschaft fand gegen die kontrolliert auftretenden Pariser zu selten die entscheidenden Lösungen. Anders als im wilden Hinspiel ließ PSG diesmal kaum größere Schwächen erkennen.

Kompanys Team rannte an, brachte aber zu wenig Durchschlagskraft auf den Platz. Der verletzte Serge Gnabry fehlte in dieser Phase spürbar als zusätzliche Option für die Offensive. Erst ganz am Ende traf Kane noch zum 1:1, doch die Hoffnung auf eine Wende war da bereits praktisch verflogen.

Nach dem Abpfiff blieben beim deutschen Meister vor allem Enttäuschung, Frust, Wut und die Erkenntnis, dass der große Traum vom Champions-League-Titel erneut geplatzt ist.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

Zurück zur Startseite →
Kommentare 0
Hinterlassen Sie Ihren Kommentar

TOP Neueste Meldungen