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Das heimliche WM-Traumpaar: Reiter und Pferdepfleger

Team-Gold dank Liebes-Glück? Was Frederic Wandres und Lars Ligus verbindet, geht weit über den Reitsport hinaus.

13.08.2026, 13:10 Uhr

Ohne Grooms kein Gold: Frederic Wandres würdigt Partner Lars Ligus

Der erneute WM-Triumph der deutschen Dressurmannschaft in Aachen war aus Sicht von Frederic Wandres nur mit starker Unterstützung hinter den Kulissen möglich. Für den Weltmeister steht fest: Ohne die Arbeit der Pferdepfleger wäre ein solcher Erfolg kaum denkbar. Seinem Groom Lars Ligus schreibt Wandres sogar einen enormen Anteil am Erfolg zu. Nach seinen Worten sei ein Pfleger beinahe wichtiger als der Reiter selbst – mindestens die Hälfte der Leistung gehe auf dieses Konto.

Ligus ist für Wandres allerdings weit mehr als nur der Betreuer von dessen Erfolgspferd Bluetooth. Er ist selbst im Nationenpreis geritten – und zugleich der Lebenspartner des Dressurreiters.

Heiratsantrag im Urlaub mit Taylor-Swift-Soundtrack

Das Paar lebt und arbeitet seit Jahren gemeinsam. Im vergangenen November machte Wandres seinem langjährigen Freund während eines Urlaubs in Südtirol einen Antrag. Ligus, der heute 29 Jahre alt ist, sagte glücklich Ja. In einem auf Instagram veröffentlichten Video ist zu sehen, wie Wandres vor ihm auf die Knie geht, den Ring überreicht und beide sich anschließend in die Arme fallen. Unterlegt ist die Szene mit dem Song Love Story von Taylor Swift.

In Aachen zählt vor allem der Sport

Bei den Weltmeisterschaften in Aachen rückt Romantik allerdings in den Hintergrund. Dort geht es um Höchstleistung im Viereck. Wandres bezeichnet sich zwar als denjenigen, der im Rampenlicht steht und die Leistung abliefert. Gleichzeitig betont er, dass dies ohne Ligus nicht möglich wäre. Nur dank der Unterstützung seines Pflegers könne das Pferd seine Qualität in dieser Form zeigen.

Reit-WM Aachen
Reiter Frederic Wandres und Pfleger Lars Ligus arbeiten und leben zusammen. Quelle: Uwe Anspach/dpa

Beziehung ohne Feierabend

Grundsätzlich, so Wandres, sei ein guter Groom im Spitzensport unersetzlich. Im Zusammenspiel mit Ligus komme noch ein weiterer Faktor hinzu: Er kenne Bluetooth bis ins kleinste Detail, und auch zwischen ihnen selbst herrsche ein tiefes gegenseitiges Verständnis. Vieles laufe inzwischen ohne viele Worte – oft genügten ein Blick oder ein Gespür für die Situation.

Ein besonderer Vorteil ihrer Beziehung sei außerdem, dass der Austausch nie ende. Während bei anderen Konstellationen irgendwann Feierabend sei, gelte das für ihn und Ligus nicht. Alles, was ihn beschäftigt, könne er jederzeit ansprechen – selbst mitten in der Nacht – und bekomme sofort eine Rückmeldung oder Einschätzung.

Auch im Sattel erfolgreich

Auf die Frage, ob Ligus Bluetooth ebenfalls zu Medaillen reiten könnte, antwortet Wandres klar mit Ja. Er bescheinigt seinem Partner großes reiterliches Können, das dieser schon mehrfach bewiesen habe. So gewann Ligus vor vier Jahren in den USA mit dem Pferd Soccer City im deutschen Team einen Nationenpreis. Auch Bluetooth wird regelmäßig von Ligus geritten, wenn Wandres beruflich unterwegs ist.

Beide arbeiten seit mehreren Jahren im Sport- und Handelsstall der Familie Kasselmann in Hagen am Teutoburger Wald. Bei Turnieren auf der Anlage nahe Osnabrück standen sie sogar schon als Konkurrenten im Wettbewerb.

Im Team längst selbstverständlich

Innerhalb der deutschen Mannschaft ist die besondere private und berufliche Verbindung der beiden seit Langem bekannt und akzeptiert. Für Verbandschef Dennis Peiler stellt das kein Problem dar. Entscheidend sei, über private Beziehungen im Team Bescheid zu wissen. Wenn alle offen, transparent und sensibel damit umgingen, sei eine solche Konstellation völlig unkritisch.

Ähnliche Partnerschaften gebe es im aktuellen deutschen Team laut Peiler derzeit nicht. Eine andere ungewöhnliche Besetzung hatte es jedoch einst in der Vielseitigkeit gegeben: Bei den Olympischen Spielen war die Pferdepflegerin der Doppel-Weltmeisterin von 2014, Sandra Auffarth, ihre Mutter Bärbel.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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