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EM-Finale mit Mihambo: Holt sie Titel Nummer drei?

Zehn Jahre nach ihrem ersten großen Erfolg greift Mihambo wieder nach dem EM-Coup. Doch reicht ihre Form für den nächsten Last-Minute-Moment?

13.08.2026, 09:05 Uhr

Mihambo nutzt DM-Dämpfer als Extra-Motivation für die EM

Für Malaika Mihambo kommt die ungewohnte Niederlage in Deutschland offenbar zur rechten Zeit. Die langjährige Ausnahme-Weitspringerin will den Rückschlag von den deutschen Meisterschaften nun als Antrieb für die Leichtathletik-Europameisterschaften in Birmingham nutzen. Dort steht sie am Wochenende erneut im Mittelpunkt. Schon bei der EM 2022 in Rom hatte sie erst ganz zum Schluss den einzigen deutschen Titel gesichert.

Bei der DM in Bochum musste sich Mihambo Ende Juli überraschend Mikaelle Assani geschlagen geben. Genau dieses unangenehme Gefühl möchte die 32-Jährige nun in neue Energie umwandeln. Zunächst geht es für sie am Samstag um 12.50 Uhr deutscher Zeit in die Qualifikation, übertragen von ZDF und Eurosport. Im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur sagte Mihambo, dass eine missglückte Generalprobe bei ihr in der Vergangenheit nicht selten zu besonders starken Auftritten beim Saisonhöhepunkt geführt habe – auch wenn das natürlich keine Garantie sei.

Große Erfolge trotz gesundheitlicher Rückschläge

Mihambos internationale Laufbahn ist seit Jahren von Erfolgen geprägt. Nach Rang vier bei der EM 2014 in Zürich gewann sie zwei Jahre später in Amsterdam Bronze und damit ihre erste Medaille bei einer großen Meisterschaft. Bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio sprang sie erneut auf Platz vier. Inzwischen stehen unter anderem Olympiagold, Olympiasilber, zwei WM-Titel, zwei EM-Titel sowie weitere Silbermedaillen bei Welt- und Europameisterschaften in ihrer Bilanz.

Malaika Mihambo
Auch bei der WM im vorigen Jahr stand Malaika Mihambo auf dem Podium. (Archivbild) Quelle: Michael Kappeler/dpa

Dabei verlief nicht jede Saison ohne Probleme. Vor der EM 2022 in München und auch vor den Olympischen Spielen 2024 in Paris hatte Mihambo mit Corona-Infektionen zu kämpfen. Dennoch gewann sie in beiden Fällen Silber. Besonders in Erinnerung blieb die Szene aus dem Stade de France, als sie nach dem Wettkampf in einem Rollstuhl aus dem Stadion gebracht werden musste, weil sie plötzlich kaum noch Luft bekam.

Vorbild über den Sport hinaus

Mihambo blickt mit großer Zufriedenheit auf ihre bisherige Karriere. Sie betonte, dass sie bereits eine außergewöhnliche Laufbahn hinter sich habe. Der Rückblick mache sie glücklich, aber auch der Blick nach vorn, weil noch mehr als zwei Jahre vor ihr lägen. Besonders schön sei für sie zu sehen, wie sehr sie sich als Mensch im Laufe ihrer Karriere entwickelt habe. Was von ihr einmal bleiben solle, sei vor allem das Bild eines Menschen, der anderen als Vorbild dienen könne.

Die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles sollen nach ihren bisherigen Planungen den Schlusspunkt setzen. Gleichzeitig lässt sich Mihambo offen, ob es womöglich schon früher enden könnte – etwa dann, wenn der Körper nicht mehr mitspielt, die Freude verloren geht oder psychische beziehungsweise körperliche Belastungen zu groß werden.

Rückenprobleme vor dem Saisonhöhepunkt

Abseits des Sports hat sich die dreimalige "Sportlerin des Jahres" immer wieder ruhig, aber deutlich zu gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen in Deutschland geäußert. Aktuell richtet sich ihr Fokus jedoch ganz auf den sportlichen Höhepunkt des Jahres.

Allerdings verlief die Vorbereitung nicht ganz störungsfrei. Vor der EM hatte Mihambo mit Rückenbeschwerden zu tun. Dennoch zeigte sie, dass weiterhin große Weiten möglich sind – vorausgesetzt, ihr Anlauf stimmt und sie trifft das Brett sauber.

Sieben-Meter-Sprung als starkes Signal

Nur acht Tage vor ihrer DM-Niederlage, bei der sie im windigen Lohrheidestadion mit 6,63 Metern deutlich unter ihren Möglichkeiten blieb, setzte Mihambo in London ein Ausrufezeichen. Beim Diamond-League-Meeting gewann sie mit 7,05 Metern. Innerhalb Europas war in dieser Saison bislang nur die Italienerin Larissa Iapichino besser, die 7,12 Meter sprang. Iapichino war vor zwei Jahren in Rom EM-Zweite hinter Mihambo und konnte die deutsche Ausnahmeathletin in diesem Jahr bereits einmal schlagen.

Mihambo selbst will den Druck vorerst klein halten. Ein dritter EM-Titel wäre für sie zwar etwas Besonderes, sagte sie. Zunächst gehe es ihr aber darum, einen guten Wettkampf zu zeigen. Über Medaillen oder sogar Gold wolle sie erst sprechen, wenn es tatsächlich so weit sei.

Assani kehrt stark zurück

Auch Mikaelle Assani reist mit Selbstvertrauen nach Birmingham. Die deutsche Meisterin vom Karlsruher SC traut sich nach ihrer Rückkehr aus einer 15-monatigen verletzungsbedingten Pause einen überzeugenden Wettkampf zu. Mihambo habe ihr den nationalen Titel von Herzen gegönnt, sagte die bald 24 Jahre alte Assani. Besonders bewegt habe sie, dass eine so erfahrene Athletin ihr gesagt habe, sie habe diesen Erfolg verdient.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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