Trockenheit und Hitze setzen Wildtieren stark zu
Die anhaltende Sommerhitze und extreme Trockenheit belasten nicht nur Menschen, sondern auch zahlreiche Wildtiere in Deutschland. Nach Angaben des Deutschen Tierschutzbundes ist vor allem fehlendes Wasser ein ernstes Problem. Im schlimmsten Fall könnten Tiere verdursten oder wegen schlechter Bedingungen in Gewässern sogar ersticken.
Besonders betroffen sind unter anderem Eichhörnchen, Rehe und Igel, denen es vielerorts an Trinkmöglichkeiten und kühlen Rückzugsorten fehlt. Vor allem Jungtiere gelten als gefährdet, weil sie Wasserstellen oft nicht aus eigener Kraft erreichen. Für Fische und andere Wasserbewohner verschärft sich die Lage zusätzlich durch sinkende Pegel und steigende Wassertemperaturen. Auch die Nahrungssuche wird schwieriger, da sich Insekten und Würmer bei Trockenheit tiefer in den Boden zurückziehen.
Tierschützer verlangen besseres Wildtiermanagement
Aus Sicht von Tierschützern betrifft die Krise nahezu alle Wildtiere. Lutz Kaczmarsch vom Landestierschutzverband Nordrhein-Westfalen fordert deshalb ein besser organisiertes Wildtiermanagement. Derzeit sei häufig unklar, wer für Hilfsmaßnahmen verantwortlich ist und wer deren Kosten trägt.
Ein weiteres Problem: Verletzte Wildtiere würden oft nicht ausreichend versorgt, weil Tierkliniken die Behandlungskosten niemandem in Rechnung stellen könnten. Viele Auffangstationen arbeiteten privat organisiert und finanzierten Hilfen häufig selbst.
So können Menschen unterstützen
Nach Einschätzung des Deutschen Tierschutzbundes sind viele Wildtiere inzwischen auf Unterstützung durch Menschen angewiesen. Empfohlen wird, flache Wasserschalen an geschützten und schattigen Orten aufzustellen. Diese sollten täglich gereinigt und mit frischem Wasser gefüllt werden. Steine oder kleine Äste in den Schalen helfen zudem Insekten dabei, gefahrlos ans Wasser zu gelangen.

Gefährdete Fische sollten den zuständigen Behörden, etwa dem Wasserwirtschaftsamt, oder Fischereivereinen gemeldet werden. Jungvögel, die aus überhitzten Nestern springen, können an Wildtierauffangstationen gemeldet werden.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber