Fußball

Supercup: Startet hier Bayerns Frauen-Dominanz?

Supercup-Kracher zum Start: Wankt Wolfsburg, marschiert Bayern davon – und welches Team schickt sich als neuer Jäger an?

13.08.2026, 11:21 Uhr

Supercup als erster Härtetest: Bayern-Frauen bleiben wohl das Maß der Dinge

Steuern die Fußballerinnen des FC Bayern erneut auf eine Saison als klare Nummer eins zu, oder kann die Konkurrenz den Abstand verkürzen? Eine erste Antwort darauf könnte der Supercup am Samstag in Ingolstadt liefern. Dort treffen die Münchner Double-Siegerinnen ab 19.30 Uhr auf den VfL Wolfsburg, den Vizemeister der vergangenen Spielzeit.

Bayern mit Vorsprung, Verfolgerfeld breiter aufgestellt

Katharina Kiel, Präsidentin des neu geschaffenen Ligaverbands Frauen-Bundesliga FBL und Direktorin bei Eintracht Frankfurt, sieht den deutschen Meister weiterhin vorne. Im Gespräch mit der dpa erklärte sie, Bayern sei in seiner Entwicklung vielen Konkurrenten noch voraus und daher wohl auch in den kommenden Jahren sehr erfolgreich.

Zugleich verwies Kiel darauf, dass sich hinter den Münchnerinnen inzwischen mehrere Teams angenähert hätten. Die Leistungsdichte sei größer geworden, das Rennen um die Spitzenplätze enger. Das habe auch Eintracht Frankfurt im Kampf um Rang drei in der vergangenen Saison zu spüren bekommen.

Wolfsburg nach personellen Verlusten unter Druck

Die Bayern haben zuletzt vier Meisterschaften in Serie gewonnen, dazu jeweils zweimal den DFB-Pokal sowie den Supercup – letzterer ebenfalls gegen Wolfsburg. Beim VfL verlief der Sommer deutlich turbulenter: Mit Alexandra Popp, Vivien Endemann und Lineth Beerensteyn verließen mehrere prägende Spielerinnen den Club. Hinzu kommt der Abschied des langjährigen Strategen Ralf Kellermann, der zusammen mit Popp zu Borussia Dortmund wechselte.

FC Bayern München
Titelverteidiger im Supercup: die Fußballerinnen des FC Bayern. (Archivbild) Quelle: Uli Deck/dpa

Nun liegt es an Vanessa Bernauer, den Anschluss nach oben nicht weiter abreißen zu lassen. Die frühere Schweizer Nationalspielerin betonte im Kicker, Wolfsburg sei trotz der Veränderungen weiterhin ein großer Name und eine gefragte Adresse im europäischen Frauenfußball. Der Club gehöre noch immer zur Spitze Europas, auch wenn die Konkurrenz stärker geworden sei.

Bernauer machte zugleich deutlich, dass das Ziel unverändert bleibe: Wolfsburg wolle sich im oberen Bereich behaupten und auch auf internationaler Bühne konkurrenzfähig bleiben.

Bayern schwer einzuholen

Realistisch betrachtet dürfte es dennoch kompliziert werden, die Münchnerinnen einzufangen. In der vergangenen Saison sicherte sich Bayern den Titel mit 16 Punkten Vorsprung. Wettbewerbsübergreifend gewann der Meister zudem alle vier Duelle mit Wolfsburg.

Erschwerend kommt für den VfL hinzu, dass die verletzten Neuzugänge Giovanna Hoffmann, zuletzt bei RB Leipzig, und Katharina Piljić von Bayer Leverkusen im Supercup fehlen werden.

Bühl erwartet keinen Selbstläufer

Die Bayern gehen nach einem gelungenen Härtetest mit Rückenwind in die Partie. Bei der Generalprobe setzte sich das Team von Trainer José Barcala mit 2:0 gegen den Paris FC durch – vor 6.000 Zuschauerinnen und Zuschauern in Unterhaching.

Nationalspielerin Klara Bühl rechnet trotz der dominanten Rolle ihres Teams nicht mit einer problemlosen Saison. Viele Wechsel im Sommer – sowohl ins Ausland als auch innerhalb der Bundesliga – könnten die Kräfteverhältnisse verändern, sagte sie. Mit Wolfsburg und Frankfurt sei weiterhin zu rechnen.

Bühl stellte klar, dass Bayern sich auf ernsthafte Gegenwehr einstellen müsse. Von einem mühelosen Durchmarsch könne keine Rede sein.

Blick der Liga richtet sich auf die Topclubs

Eine Woche vor dem Bundesliga-Start richtet sich die Aufmerksamkeit zunächst auf die beiden prägenden deutschen Teams der vergangenen Jahre. Auch Bundestrainer Christian Wück wird in Ingolstadt genau hinschauen. Gemeinsam mit DFB-Vizepräsidentin Heike Ullrich soll er nach dem Spiel die Trophäe überreichen. Ebenso aufmerksam verfolgen dürften die übrigen zwölf Erstligisten, wie groß der Abstand zur Spitze derzeit wirklich ist.

Lob für aufstrebende Clubs

Katharina Kiel zog einen Vergleich zum Männerfußball: Bayern stehe durch die eigene kontinuierliche Arbeit an der Spitze. Gleichzeitig hob sie mehrere Vereine hervor, die gezielt in den Frauenfußball investieren.

Als Beispiele nannte sie Union Berlin, Bayer Leverkusen und den 1. FC Köln. Union entwickle sich sehr konsequent, Leverkusen mache unter Fernando Carro stetige Fortschritte, und auch Köln habe in diesem Jahr seine Investitionen noch einmal erhöht.

Mit Blick auf den geplanten Start des eigenständigen Ligaverbands zur Saison 2027/28 deutet damit vieles auf eine spannendere Verfolgergruppe hin – auch wenn Bayern vorerst weiter den Takt vorgibt.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

Zurück zur Startseite →
Kommentare 0
Hinterlassen Sie Ihren Kommentar

TOP Neueste Meldungen