Kuba pocht im Fall eines US-Angriffs auf Selbstverteidigung
Kuba will nach Angaben seiner Regierung im Falle eines militärischen Vorgehens der Vereinigten Staaten von seinem "legitimen Recht auf Selbstverteidigung" Gebrauch machen. Das schrieb Vizeaußenminister Carlos Fernández de Cossio auf der Plattform X. Er stellte klar: Die USA seien in einem solchen Szenario der Angreifer, Kuba das Land, das sich verteidige.
Hintergrund der Äußerung ist ein Bericht des US-Portals Axios. Darin ist von angeblichen Vorbereitungen des sozialistisch regierten Inselstaats die Rede, im Ernstfall Drohnen gegen US-Ziele einzusetzen. Ohne den Bericht ausdrücklich zu nennen, warf Fernández de Cossio den USA vor, einen möglichen Angriff auf Kuba mit zunehmend unglaubwürdigen Vorwürfen rechtfertigen zu wollen.
Auch die kubanische Botschaft in Washington und das Außenministerium in Havanna bekräftigten auf X das Recht des Landes auf Selbstverteidigung. Die Botschaft erklärte, mit Vorwänden und Unwahrheiten werde eine aus ihrer Sicht naheliegende Vorbereitung auf einen möglichen Angriff als etwas Außergewöhnliches dargestellt.
Bericht über Hunderte Militärdrohnen
Laut Axios soll Kuba mehr als 300 Militärdrohnen beschafft haben. Dem Bericht zufolge werde inzwischen darüber gesprochen, diese im Fall einer Eskalation gegen den US-Stützpunkt Guantánamo Bay auf kubanischem Boden, gegen US-Kriegsschiffe und womöglich auch gegen Key West im Bundesstaat Florida einzusetzen. Die Stadt liegt nur rund 170 Kilometer von Havanna entfernt. Das Portal beruft sich dabei auf ihm vorliegende Geheimdienstinformationen.
Diese Erkenntnisse könnten nach Darstellung von Axios als Rechtfertigung für ein militärisches Vorgehen der USA dienen. Ein hochrangiger US-Beamter wird mit der Einschätzung zitiert, die Informationen zeigten, wie stark die Regierung von Präsident Donald Trump Kuba als Bedrohung wahrnehme. Als weitere Gründe nannte er dem Bericht zufolge neben den Drohnen auch die Anwesenheit iranischer Militärberater in Havanna.
US-Beamte sehen derzeit keinen unmittelbaren Angriffsplan
Zugleich berichtet Axios, dass US-Vertreter derzeit nicht davon ausgingen, Kuba plane aktiv Angriffe auf amerikanische Interessen. Geheimdienstangaben deuteten demnach eher darauf hin, dass das kubanische Militär den möglichen Einsatz von Drohnen für den Fall von Feindseligkeiten bespreche.
Seit Jahrzehnten belastete Beziehungen
Die Beziehungen zwischen Kuba und den Vereinigten Staaten sind seit der Revolution von 1959 tief belastet. Unter Donald Trump verschärfte sich der Konflikt erneut. Mit zusätzlichen Sanktionen und einer Ölblockade erhöhte Washington den Druck auf Havanna, um wirtschaftliche und politische Veränderungen im Sinne der USA zu erzwingen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion