Bei ukrainischen Drohnenangriffen auf die Region Moskau sind nach russischen Angaben mindestens drei Menschen getötet worden. Mindestens vier weitere Menschen seien in der Nacht verletzt worden, teilte der Gouverneur des Moskauer Umlands, Andrej Worobjow, auf Telegram mit. Demnach wurden mehrere Häuser und Wohnungen beschädigt oder gerieten in Brand. Auch Infrastruktureinrichtungen in mehreren Gemeinden sollen attackiert worden sein.
Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin erklärte, in den vergangenen 24 Stunden seien mehr als 120 Drohnen abgefangen worden. In der Hauptstadt selbst seien mindestens zwölf Menschen verletzt worden, vor allem Arbeiter in der Nähe einer Ölraffinerie. Außerdem seien mehrere Häuser beschädigt worden. Unabhängig überprüfen ließen sich die Angaben zunächst nicht.
Auch Angriffe auf Sewastopol gemeldet
In der Nacht wurde nach Behördenangaben auch die von Russland besetzte Hafenstadt Sewastopol auf der Krim attackiert. Der von Moskau eingesetzte Verwaltungschef Michail Raswoschajew schrieb auf Telegram, mehrere Wohnblocks und Häuser seien beschädigt worden. Trümmerteile einer abgeschossenen Drohne hätten zudem eine Hochspannungsleitung getroffen und Stromausfälle ausgelöst. Das örtliche Kraftwerk sei aber nicht getroffen worden.
Nach seinen Angaben wurden insgesamt 25 Drohnen über verschiedenen Stadtteilen sowie über dem Schwarzen Meer abgeschossen. Nach vorläufigen Erkenntnissen habe es in Sewastopol keine Verletzten gegeben. Auch diese Angaben konnten zunächst nicht unabhängig bestätigt werden.
Russland hatte die ukrainische Halbinsel Krim 2014 annektiert. Seit der großangelegten russischen Invasion vor mehr als vier Jahren greift Kiew immer wieder auch Ziele auf der Krim mit Drohnen an.
Erst am Mittwoch und Donnerstag hatte Russland einen der längsten und schwersten Luftangriffe gegen die Ukraine geflogen. Allein in Kiew wurden aus einem zerstörten Wohnblock 24 Tote geborgen.
Russische Angriffe treffen seit langem auch Gebiete weit entfernt von der Front. In der Ukraine werden dabei fast täglich Zivilisten getötet, während Wohnhäuser und wichtige Infrastruktur schwer beschädigt oder zerstört werden.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion