Razzien wegen mutmaßlichen Drogenschmuggels in JVA Rheinbach
Bei Durchsuchungen im Zusammenhang mit dem Verdacht auf Drogenschmuggel in die Justizvollzugsanstalt Rheinbach bei Bonn haben Ermittler nach dpa-Informationen unter anderem Kokain und Amphetamine in Privatwohnungen entdeckt. Acht beschuldigte Beschäftigte der JVA wurden laut Justizministerium vom Dienst suspendiert; zudem untersagte ihnen die Gefängnisleitung den Zutritt zur Anstalt.
In der JVA selbst sicherten die Ermittler demnach vor allem Daten. Bei Durchsuchungen von insgesamt acht Wohnungen stellten sie zahlreiche Beweismittel sicher, darunter insbesondere Mobiltelefone, Laptops und Unterlagen. Außerdem fanden die Einsatzkräfte 15 Gramm Kokain, eine kleine Menge Amphetamin sowie eine ältere Pistole, Munition und Magazine.
NRW-Justizminister Benjamin Limbach (Grüne) will den Rechtsausschuss des Düsseldorfer Landtags am heutigen Morgen in einer Sondersitzung über den Stand der Ermittlungen unterrichten. Die Sitzung war von den Oppositionsfraktionen von SPD und FDP beantragt worden.
Wohnungen in NRW und Rheinland-Pfalz durchsucht
Die Razzien hatten am Dienstagmorgen gegen 7.30 Uhr gleichzeitig in der JVA sowie in Wohnungen in Köln, Euskirchen, Rheinbach und Siegburg sowie in den Landkreisen Mayen-Koblenz und Neuwied begonnen. Nach Angaben der Polizei waren rund 60 Einsatzkräfte im Einsatz.
Konkret steht der Verdacht im Raum, dass JVA-Bedienstete gegen Bezahlung Handys und Drogen in das Gefängnis gebracht und an Häftlinge weitergegeben haben. Den bisherigen Erkenntnissen zufolge sollen Angehörige oder Freunde der Insassen die verbotenen Gegenstände außerhalb der Haftanstalt an die Mitarbeiter übergeben haben.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber