Iran

Trump droht Iran: Kraftwerke und Brücken im Visier

Trump droht dem Iran mit weiteren Angriffen – und will erst aufhören, wenn Teheran nachgibt. Was plant der US-Präsident?

15.07.2026, 03:16 Uhr

US-Präsident Donald Trump hat dem Iran erneut mit Angriffen auf die zivile Infrastruktur des Landes gedroht. In einem Interview mit dem US-Sender Fox News sagte er, in der kommenden Woche würden sämtliche Kraftwerke und Brücken zerstört, falls Teheran nicht an den Verhandlungstisch komme. Zudem kündigte Trump schwere Angriffe für die Nacht und die darauffolgenden Nächte an. Diese sollten so lange weitergehen, „bis ich sage, dass es genug ist“.

Bereits im April hatte Trump dem Iran mit der Vernichtung aller Brücken und Kraftwerke innerhalb weniger Stunden gedroht, diese Ankündigung damals aber nicht umgesetzt. Ziel war es seinerzeit, Teheran dazu zu bewegen, die für den weltweiten Handel mit Öl und Flüssiggas wichtige Straße von Hormus wieder für den Schiffsverkehr zu öffnen. Nach US-Angaben war die Passage durch iranische Angriffe und Drohungen blockiert worden.

Nächste Angriffswelle nach Attacken auf Schiffe

Nach Angaben des US-Militärs begann am Dienstag eine weitere Angriffswelle gegen den Iran. Zugleich wurde die Seeblockade iranischer Häfen und Küstengebiete wieder aufgenommen. Washington begründet die neuen Militärschläge damit, iranische Angriffe auf Handelsschiffe in der Straße von Hormus verhindern zu wollen.

Wie das für die Region zuständige US-Kommando Centcom mitteilte, endete die Angriffswelle nach sieben Stunden am Mittwochmorgen deutscher Zeit. Dabei seien Dutzende militärische Ziele getroffen worden, darunter Raketenstellungen und Verteidigungssysteme in der Nähe der Straße von Hormus sowie in iranischen Küstengebieten. Ähnliche Attacken habe es bereits in den vorherigen Nächten gegeben.

Das US-Militär wirft dem Iran vor, in der vergangenen Woche sieben Handelsschiffe attackiert zu haben. Dabei seien knapp ein Dutzend Besatzungsmitglieder getötet, verletzt oder als vermisst gemeldet worden.

Trump hatte vergangene Woche die seit April geltende Waffenruhe mit dem Iran für beendet erklärt. Nach seinen Angaben war diese ohnehin bereits mehrfach gebrochen worden. Im Anschluss kündigte er neue harte Angriffe auf die Islamische Republik an.

Die USA und Israel hatten den Krieg am 28. Februar gemeinsam begonnen. Mitte Juni verständigten sich Washington und Teheran im Bemühen um ein Ende der Kämpfe zunächst auf ein Rahmenabkommen, das als Grundlage für vertiefte Verhandlungen dienen sollte. Noch vor den jüngsten Angriffen waren diese Gespräche jedoch ins Stocken geraten.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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