Böschungsbrand sorgt für massive Störungen auf der Strecke Berlin–Leipzig
Ein Böschungsbrand an den Gleisen hat am Donnerstag über Stunden den Bahnverkehr zwischen Berlin und Leipzig erheblich beeinträchtigt. Betroffen waren nicht nur Reisende in Brandenburg, sondern auch Verbindungen mit Auswirkungen auf weitere Bundesländer.
Nach Angaben von Feuerwehr und Deutscher Bahn war die Strecke zwischen Jüterbog und Ludwigsfelde zeitweise gesperrt. Ausgelöst wurde das Feuer demnach gegen 13.00 Uhr durch eine heiße Bremse an einem Güterzug. Erst spät am Abend konnte der Brand gelöscht werden.
Seit etwa 22.00 Uhr rollt der Zugverkehr auf der Strecke wieder, wie die Deutsche Bahn auf dpa-Anfrage mitteilte. Allerdings kommt es weiterhin bei einzelnen Verbindungen zu Verspätungen, weil Personal infolge der langen Unterbrechung erst später wieder zur Verfügung steht.
ICE musste umkehren
Auch der Fernverkehr war deutlich betroffen: Ein ICE mit Ziel Hamburg musste in Trebbin südlich von Berlin anhalten und anschließend nach Leipzig zurückkehren. Nach Angaben einer Bahnsprecherin fiel die Entscheidung dazu nach Abstimmung zwischen Leitstelle, Behörden und Betriebszentrale, nachdem die Lage geklärt worden war. Die Rückfahrt habe rund drei Stunden gedauert.
Zunächst hatte die „Bild“ über den Vorfall berichtet.
Umleitungen, Ausfälle und deutliche Verspätungen
Die Bahn leitete Fernzüge zwischenzeitlich um. Dadurch kam es vereinzelt zu Zugausfällen und ausgelassenen Halten. Besonders betroffen waren:
- ICE-Züge zwischen Berlin und Halle (Saale)/Leipzig
- ICE-Sprinter zwischen Berlin und Erfurt
- einzelne IC-Verbindungen zwischen Berlin und Riesa/Dresden
Am Abend zeigte die Reiseauskunft der Bahn teils erhebliche Verzögerungen: Mehrere ICE-Sprinter nach Erfurt hatten rund zwei Stunden Verspätung, ein Zug sogar drei Stunden. Auch die ICE-Verbindungen zwischen Berlin und Halle (Saale) erreichten ihr Ziel deutlich später und waren meist etwa eine Stunde länger unterwegs.
Feuerwehr im Großeinsatz
Die Feuerwehr war seit dem Nachmittag mit einem größeren Aufgebot im Einsatz. Nach Angaben der Regionalleitstelle waren zwischen Thyrow und Trebbin rund 65 Einsatzkräfte vor Ort. Zeitweise waren offene Flammen zu sehen, zudem zog starker Rauch über das Gebiet.
Vorrang hatte zunächst, ein Übergreifen des Feuers auf den Wald bei Trebbin zu verhindern. Später sagte Einsatzleiter Mario Schumann, dass sich der Brand dennoch auch auf den Wald ausgeweitet habe. Nach bisherigen Erkenntnissen habe es auf einer Strecke von rund zwölf Kilometern immer wieder einzelne Brandstellen gegeben.
Die Deutsche Bahn entschuldigte sich bei den Reisenden für die erheblichen Einschränkungen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion