Bayern

Terror-Urteil gegen Jugendlichen schockt

IS-Bezug, Teilgeständnis, drei Jahre Haft: Warum das Augsburger Urteil gegen einen 16-Jährigen jetzt aufhorchen lässt

01.10.2026, 12:40 Uhr

Ein 16-Jähriger ist wegen mehrerer Delikte im Zusammenhang mit der Unterstützung der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zu einer Jugendstrafe von drei Jahren verurteilt worden. Nach Angaben eines Sprechers des Amtsgerichts Augsburg legte der Angeklagte im Verfahren ein Teilgeständnis ab. Wegen seines Alters fand der Prozess unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Nach Auffassung der Generalstaatsanwaltschaft München gilt der Jugendliche als Anhänger des IS. Laut Ermittlern hatte er bereits mit 15 Jahren eine größere Menge pyrotechnischer Materialien gelagert. Nach Überzeugung der Anklage sollten diese für einen Anschlag genutzt werden, etwa gegen eine Synagoge.

Große Menge Sprengstoff wirkt sich strafverschärfend aus

Dem Jugendlichen wird zudem vorgeworfen, Ende Oktober 2025 mit einem selbstgebauten Sprengsatz eine Explosion ausgelöst zu haben. Dabei wurden er selbst und eine weitere Person verletzt. Wenig später kam er in Untersuchungshaft. Gegen den deutschen Staatsangehörigen wurde anschließend Anklage erhoben, unter anderem wegen der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat, Terrorismusfinanzierung, des vorsätzlichen unerlaubten Umgangs mit explosionsgefährlichen Stoffen, des Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion sowie gefährlicher Körperverletzung.

Bei der Strafzumessung berücksichtigte das Gericht zugunsten des 16-Jährigen sein Teilgeständnis und die Verletzungen, die er selbst erlitten hatte. Strafschärfend wertete das Jugendschöffengericht nach Gerichtsangaben hingegen, dass mehrere Straftatbestände erfüllt wurden, eine erhebliche Menge an Sprengstoff sichergestellt wurde und die Unterstützung ausgerechnet der Terrororganisation IS erfolgte.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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