Fünf Monate lang keine Züge zwischen Rosenheim und Freilassing
Im Jahr 2027 müssen sich Reisende in Südostbayern auf erhebliche Einschränkungen einstellen: Auf der Bahnstrecke zwischen Rosenheim und Freilassing wird voraussichtlich rund fünf Monate lang kein Zugverkehr möglich sein. Stattdessen sind Umleitungen, zusätzliche Umstiege und ein umfangreicher Ersatzverkehr mit Bussen vorgesehen. Insgesamt sollen 72 Busse eingesetzt werden, damit der öffentliche Verkehr in der Region weiter funktioniert.
Umfangreiche Sanierung der Strecke geplant
Die Deutsche Bahn will die 82 Kilometer lange Verbindung vom 7. Februar bis Anfang Juli 2027 grundlegend erneuern. Während dieser sogenannten Korridorsanierung wird die Strecke vollständig gesperrt. Nach Angaben von Projektleiter Christian Tradler zählt die Verbindung zu den wichtigsten Bahnachsen in Bayern, ist aber deutlich sanierungsbedürftig. Ziel sei es, die Modernisierung gebündelt umzusetzen.
Für das Vorhaben sind rund 850 Millionen Euro veranschlagt. Geplant sind unter anderem die Erneuerung und Modernisierung von Bahnhöfen, 40 Kilometern Gleisen sowie 100 Kilometern Oberleitungen. Zudem sollen vier Brücken instand gesetzt und fünf Stellwerke modernisiert werden.
Fernverkehr wird umgeleitet
Die Fernzüge zwischen München und Wien werden während der Bauzeit über Passau geführt. Dadurch entfällt der Halt in Salzburg. Auch der Eurocity auf der Strecke Frankfurt–München–Graz fährt im Abschnitt zwischen Rosenheim und Salzburg nicht wie gewohnt.
Als Ersatz sind einzelne EC-Verbindungen zwischen München und Salzburg über Mühldorf sowie zwischen München und Graz über Wörgl vorgesehen. Auch der Nightjet nimmt die Umleitung über Passau. Der Güterverkehr wird ebenfalls über alternative Routen via Passau oder Wörgl geführt.
Regionalverkehr nutzt Ausweichstrecken
Im Nahverkehr soll vor allem die Strecke über Mühldorf als Ersatz dienen. Zusätzlich ist in Freilassing ein Pendelverkehr nach Salzburg und zurück geplant.
Ersatzbusse übernehmen zentrale Rolle
Besonders wichtig wird während der Sperrung der Schienenersatzverkehr. Denn nicht nur die Hauptstrecke ist betroffen, auch kleinere Nebenäste in der Region können zeitweise nicht mit Zügen bedient werden.
Nach Angaben von Markus Egger von der Bayerischen Eisenbahngesellschaft sind mehrere Ersatzkonzepte vorgesehen. Ein Expressbus soll vor allem über die Autobahn A8 zwischen Rosenheim, Traunstein, Teisendorf und Freilassing verkehren. Daneben sind weitere Buslinien geplant, die auch kleinere Stationen und Haltepunkte anbinden.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber