Bronze für deutsche Teamsprinterinnen zum WM-Auftakt
Gelungener Start für die deutschen Bahnrad-Frauen bei den Weltmeisterschaften in Shanghai: Clara Schneider, Lea Sophie Friedrich und Pauline Grabosch sicherten sich im Teamsprint die Bronzemedaille – die erste deutsche WM-Medaille in dieser Disziplin seit drei Jahren.
Im kleinen Finale setzte sich das Trio in 46,276 Sekunden gegen das russische Team durch, das als neutrale Mannschaft wieder zugelassen ist. Zwei Runden lang lagen die Russinnen vorne, ehe Grabosch auf der Schlussrunde noch entscheidend zulegte und Bronze rettete.
Mehr war für das deutsche Team diesmal nicht drin. Vor allem auf der ersten Position fehlt derzeit die absolute Topspezialistin. Friedrich hatte bereits vor dem Rennen darauf hingewiesen, dass Deutschland aktuell eine Anfahrerin fehle, die Zeiten im Bereich von 18,6 Sekunden fahren könne. Schneider lag knapp über 19 Sekunden – ein Nachteil gegenüber der Weltspitze.
Den Weltmeistertitel holte sich Gastgeber China. Das chinesische Team gewann das Finale in 45,578 Sekunden gegen Großbritannien, das auf 45,933 Sekunden kam.
Zwischen 2020 und 2023 hatten Pauline Grabosch, Lea Sophie Friedrich und Emma Hinze viermal nacheinander WM-Gold im Teamsprint gewonnen. In den beiden darauffolgenden Jahren war die deutsche Mannschaft in teils veränderter Besetzung ohne Medaille geblieben. Hinze, die in diesem Jahr Mutter eines Sohnes wurde, peilt ihr Comeback bei der Heim-EM in Berlin im kommenden Februar an.
Frauen-Vierer mit starkem Auftakt
Auch auf den deutschen Frauen-Vierer war zum WM-Start Verlass. Die Tokio-Olympiasiegerinnen Franziska Brauße, Lisa Klein und Mieke Kröger sowie die erst 20-jährige Messane Bräutigam fuhren in der Mannschaftsverfolgung in der Qualifikation mit 4:09,978 Minuten die zweitschnellste Zeit.
Schneller war nur Großbritannien mit 4:08,055 Minuten. Damit liegt das deutsche Quartett klar auf Medaillenkurs. Am Donnerstag geht es um den Einzug ins Finale, das am Abend in Shanghai ausgetragen wird.
Deutsche Männer ohne Erfolgserlebnis
Weniger erfolgreich verlief der Auftakt für die deutschen Männer. Im Teamsprint kamen Henric Hackmann, Nik Schröter und Luca Spiegel in der Qualifikation nur auf Rang neun und schieden damit früh aus. Dadurch verpasste das Team auch wichtige Zähler im Kampf um die Olympia-Qualifikation.
An der Spitze stand erneut das niederländische Team um Sprintstar Harrie Lavreysen. Der Ausnahmefahrer gewann bereits seinen 21. Weltmeistertitel und baute damit seinen Rekord weiter aus.
Auch in der Mannschaftsverfolgung blieb das deutsche Männer-Team ohne Chance auf eine Top-Platzierung. Nach Rang sechs in der Qualifikation war in der ersten Runde als Achter Endstation. Max-David Briese, Tim Torn Teutenberg, Moritz Binder und Benjamin Boos kamen in 3:51,449 Minuten ins Ziel und lagen damit mehr als fünf Sekunden hinter den besten Nationen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber