Bayern

Zugspitze: Dieser Laserscanner warnt vor Felsstürzen

An der Zugspitze wird es brenzlig: Wegen der Erwärmung drohen Felsstürze – kann ein neues Warnsystem Schlimmeres verhindern?

14.10.2026, 13:12 Uhr

Frühwarnsystem auf der Zugspitze soll Felsstürze besser vorhersagen

Auf der Zugspitze soll ein neues Frühwarnsystem helfen, Risiken durch Felsstürze früher zu erkennen. Nach Angaben von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder geht es darum, noch genauer festzustellen, an welchen Stellen sich das Gestein infolge des tauenden Permafrosts verändert. So solle die Gefahr für Menschen und Infrastruktur verringert werden. Das Forschungsprojekt der Technischen Universität München (TUM) hat ein Volumen von rund 600.000 Euro. Söder forderte den Bund auf, sich stärker an der Finanzierung solcher Vorhaben zu beteiligen.

Lasertechnik überwacht die Nordwand

Der Geowissenschaftler Michael Krautblatter von der TUM erklärte, dass ähnliche Messsysteme bereits in der Höllentalklamm und der Partnachklamm im Einsatz seien. Nun solle die Technik auch an der Zugspitz-Nordwand verwendet werden. Dabei erfasst ein Laserscanner die gesamte Felsfläche. Schon kleinste Veränderungen könnten Hinweise darauf geben, dass sich in der Wand etwas bewegt und eine genauere Beobachtung nötig ist.

Söder verwies bei seinem Besuch auf die sichtbaren Folgen der Erderwärmung. Der Permafrost ziehe sich zurück, Eis im Inneren des Berges schmelze und das Gestein verliere an Stabilität. Gerade deshalb sei es wichtig, Gefahren möglichst früh zu erkennen. Dazu würden auch Messungen tief im Fels durchgeführt.

Alpen besonders stark vom Klimawandel betroffen

Krautblatter betonte, dass die Folgen des Klimawandels in den Alpen besonders schnell voranschritten. Nirgendwo würden Gletscher derzeit so rasch abschmelzen. Seit 1880 habe sich die Region um fast drei Grad erwärmt. In den kommenden Jahrzehnten müsse man sich deshalb verstärkt auf neue Naturgefahren einstellen.

Nach seinen Angaben haben die Gletscher an der Zugspitze seit 1820 bereits 200 bis 300 Meter an Mächtigkeit verloren. Der Permafrost in rund 2.800 Metern Höhe dürfte in etwa zehn Jahren verschwunden sein. Am Gipfel selbst könne er noch zwei bis drei Jahrzehnte bestehen bleiben. Umso wichtiger sei es, gerade diesen instabilen Übergangsbereich genau zu überwachen.

Felssturz Ende September

Wie dringlich das Thema ist, zeigte ein Felssturz Ende September auf der Zugspitze. Dabei lösten sich insgesamt etwa 13.800 Kubikmeter Gestein. Der Abbruch ereignete sich an einer rund 100 mal 40 Meter großen Fläche in etwa 2.800 Metern Höhe in sehr steilem Gelände mit einer Neigung von 80 Grad.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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