Bayerns Immobilienmarkt bleibt angespannt
Für Kaufinteressierte in Bayern verbessert sich die Lage am Immobilienmarkt kaum, obwohl einige Preise zuletzt leicht nachgegeben haben. Nach Angaben des Immobilienverbands Deutschland Süd verteuerten sich Baugrundstücke für Einfamilienhäuser seit dem Frühjahr im Landesdurchschnitt um 0,6 Prozent. Bei bestehenden Wohnhäusern zeigte sich im Herbst dagegen ein leichter Rückgang. Besonders Reihenhäuser mit minus 0,7 Prozent und Doppelhaushälften mit minus 0,8 Prozent wurden etwas günstiger. Eigentumswohnungen – ob neu oder gebraucht – legten nur geringfügig um weniger als ein Prozent zu. Den deutlichsten Anstieg gab es bei neuen Doppelhaushälften, deren Preise um 2,2 Prozent anzogen.
Sinkende Kaufpreise schaffen wegen höherer Zinsen keine Entlastung
Trotz etwas niedrigerer Preise bei Bestandsimmobilien ist der Weg ins Eigenheim nicht einfacher geworden. Hintergrund sind die erneut gestiegene Inflation und die damit verbundenen höheren Finanzierungskosten. Der IVD Süd weist darauf hin, dass ein geringerer Kaufpreis nicht automatisch zu besserer Bezahlbarkeit führt, wenn Kredite gleichzeitig deutlich teurer werden.
Im März lag der durchschnittliche Zinssatz für ein zehnjähriges Standarddarlehen noch bei rund 3,3 Prozent. Inzwischen bewegt er sich bei etwa 4,5 Prozent. Für Käufer bedeutet das spürbar höhere monatliche Belastungen – oft im dreistelligen Bereich.
Verkäufer müssen häufiger nachgeben
Dass viele Haushalte die Mischung aus weiterhin hohem Preisniveau und gestiegenen Zinsen kaum stemmen können, zeigt sich besonders in München. In der Landeshauptstadt gaben die Preise laut IVD bei den meisten Immobilienarten gegenüber dem Frühjahr leicht nach.
Nach Einschätzung von Maklern geschieht das jedoch oft nicht aus freien Stücken. Wer verkaufen will, muss seine Preisvorstellungen häufig reduzieren, um überhaupt einen Abschluss zu erzielen.
Keine schnelle Trendwende in Sicht
Mit einer baldigen Belebung rechnet IVD-Marktforscher Stephan Kippes nicht. Er erwartet, dass die Nachfrage vorerst gedämpft bleibt. Auch der Wohnungsbau dürfte seiner Ansicht nach weiter unter Druck stehen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber