Polizei sucht weiter nach Verantwortlichem nach geöffneter ICE-Tür bei hoher Geschwindigkeit
Nach dem gefährlichen Zwischenfall in einem ICE in Unterfranken laufen die Ermittlungen der Bundespolizei weiter. Nach Angaben eines Sprechers wurde die Notentriegelung der betroffenen Tür beschädigt. Sowohl die Polizei als auch die Deutsche Bahn gehen inzwischen nicht mehr von einem technischen Defekt aus.
Noch offen ist, ob die Nothilfeeinrichtung absichtlich oder versehentlich beschädigt wurde. Einen konkreten Verdächtigen gibt es bislang nicht.
Niemand wird vermisst
Der Vorfall ereignete sich am Dienstagabend im ICE 528 auf der Strecke von München nach Dortmund. Der Lokführer brachte den Zug zum Stehen, nachdem sich im hinteren Teil des Zuges bei rund 200 Stundenkilometern eine Tür geöffnet hatte. Der ICE hielt schließlich am Portal eines Tunnels bei Karlstadt im Landkreis Main-Spessart.
An Bord befanden sich 238 Fahrgäste sowie acht Mitarbeiter der Deutschen Bahn. Verletzt wurde niemand.
Nach Einschätzung der Ermittler hat nach dem Vorfall niemand den Zug verlassen oder ist aus dem Zug gestürzt. Auch eine Suche bei Tageslicht entlang der Strecke nach Personen oder Gepäckstücken blieb laut Bundespolizei ohne Ergebnis. Zudem wird niemand vermisst.
Ermittlungen konzentrieren sich auf hinteren Zugteil
Bereits in der Nacht nahm die Polizei die Daten von mehr als 120 Reisenden auf, die sich im hinteren Zugabschnitt befanden. Sie wurden außerdem nach möglichen Beobachtungen und Hinweisen befragt.

Der Fokus auf diese Fahrgäste erklärt sich dadurch, dass der ICE aus zwei gekoppelten, aber während der Fahrt nicht miteinander verbundenen Zugteilen bestand. Ein Wechsel von einem Zugteil in den anderen war deshalb unterwegs nicht möglich.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber