Aiwanger verlangt nach Brandanschlag mehr Schutz für Firmen
Nach dem mutmaßlich politisch motivierten Brandanschlag auf eine Baustelle nahe dem Münchner Ostbahnhof sowie im Umfeld mehrerer Rüstungsfirmen dringt Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) auf verstärkte Sicherheitsmaßnahmen. Er erklärte, man müsse anerkennen, dass Angriffe auf deutsche Unternehmen und kritische Infrastruktur zunähmen.
Aiwanger betonte, es sei nicht das erste Mal, dass ein Technologieunternehmen mit Verbindungen zur Sicherheits- und Verteidigungsbranche ins Visier geraten sei. Dadurch seien zusätzliche, teure Schutzvorkehrungen nötig. Zugleich forderte er eine genauere Prüfung, wer sich in Deutschland aufhalte und welche kriminellen Netzwerke aktiv seien. Von der Bundesregierung erwarte er bald mehr rechtliche Klarheit für besonders betroffene Unternehmen, etwa bei der Abwehr von Drohnenangriffen auf Betriebsgelände.
Zwei Tatverdächtige festgenommen
In der Nacht waren Brandsätze auf eine Baustelle geworfen worden, die sich in direkter Nähe zu Bürogebäuden von Rüstungsunternehmen und unweit des Ostbahnhofs befindet. Noch war zunächst offen, welchem konkreten Ziel der Anschlag gelten sollte. Das Bayerische Landeskriminalamt geht jedoch von einem politischen Motiv aus und vermutet, dass ein Rüstungsunternehmen gemeint war.
Mindestens einer der Brandsätze setzte nach Angaben der Polizei ein Feuer in Gang, das von Beamten gelöscht wurde. Ein größerer Schaden entstand demnach nicht. Ein weiterer Spreng- beziehungsweise Brandsatz musste durch Spezialkräfte unschädlich gemacht werden.

Zeuge alarmierte die Polizei
Die Brandsätze sollen gegen Mitternacht aus einem Auto heraus geworfen worden sein. Ein Zeuge beobachtete den Vorfall und verständigte die Polizei. Im Zuge der anschließenden Fahndung nahmen die Einsatzkräfte eine 28 Jahre alte Frau und einen 38 Jahre alten Mann fest. Beide stammen aus Bulgarien und machten zunächst keine Angaben zu den Vorwürfen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber