Deutschland stellt weitere 250 Millionen Euro für dringende Reparaturen an der ukrainischen Energieinfrastruktur bereit. Über einen dafür vorgesehenen Fonds sollen Ersatzteile und technische Ausrüstung finanziert werden. Ziel ist es, die Strom- und Wärmeversorgung der Bevölkerung trotz fortdauernder russischer Angriffe aufrechtzuerhalten, teilte das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie mit. Die Mittel werden über die KfW Entwicklungsbank abgewickelt.
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) erklärte, die Energieversorgung sei weiterhin eine der entscheidenden Fronten dieses Krieges. Deshalb unterstütze Deutschland die Ukraine beim Schutz und beim Wiederaufbau ihrer Energieanlagen und rufe zugleich internationale Partner zu zusätzlichem Engagement auf. Gemeinsam mit der deutschen Wirtschaft habe man bereits viel erreicht: Durch Sachspenden aus dem Energiebereich seien 1,4 Millionen Menschen wieder mit Energie versorgt worden. Gleichzeitig würden private Investitionen für den Wiederaufbau angestoßen.
Russland greift seit Langem gezielt ukrainische Kraftwerke und Stromnetze an. Im vergangenen Winter waren in der Hauptstadt Kiew über Wochen hinweg Millionen Menschen von Heizungsausfällen und erheblichen Stromengpässen betroffen.
Deutschland bleibt wichtigster Geldgeber des Fonds
Nach Angaben des Ministeriums hat der Ukraine Energy Support Fund seit Kriegsbeginn vor viereinhalb Jahren insgesamt rund 2,4 Milliarden Euro von internationalen Unterstützern erhalten. Mit nun 810 Millionen Euro ist Deutschland der größte Beitragszahler. Zudem werde die Beteiligung deutscher Zulieferunternehmen durch die KfW aktiv begleitet.
Das Ministerium betonte außerdem, dass die KfW bei allen Beschaffungen weiterhin streng auf die Einhaltung von Compliance-Vorgaben achten werde. Verlässliche Corporate-Governance-Standards, insbesondere bei staatlichen Unternehmen, seien eine zentrale Voraussetzung für die weitere Zusammenarbeit mit den ukrainischen Partnern. Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte zuletzt auch der Europäischen Union einen entschlossenen Kampf gegen Korruption in der Ukraine zugesichert.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber