Der 1. FC Nürnberg will seinen starken Start in die Saison auch beim Auswärtsspiel am Samstag (13.00 Uhr/Sky) bei Holstein Kiel bestätigen. Trainer Miroslav Klose mahnt trotz Tabellenführung zur Ruhe, reist nach dem perfekten Neun-Punkte-Auftakt aber mit viel Selbstvertrauen in den Norden.
Auch die bislang weiteste Auswärtsreise der Saison treten die Franken mit großer Unterstützung an: 1.500 Fans begleiten den „Club“ nach Kiel, der Gästeblock im derzeit umgebauten Holstein-Stadion ist ausverkauft.
„Auch dort gibt es drei Punkte zu holen. Wir fahren selbstbewusst hin und wollen so viel wie möglich mitnehmen“, sagte Klose. Im Idealfall soll der nächste Sieg gelingen. Mit dann zwölf Punkten würde sich Nürnberg zunächst in der Spitzengruppe festsetzen.
Nach drei Erfolgen zum Auftakt sieht Klose seine Mannschaft verdient ganz oben. Der Trainer sprach von richtig guten Leistungen und verwies darauf, dass der Start in sein drittes Jahr als Chefcoach das genaue Gegenteil der schwierigen Auftakte zuvor sei. Damals habe sein Team früh unter Druck gestanden, jetzt entstehe spürbar mehr Leichtigkeit.
„Wir haben noch gar nichts erreicht“
Von zu frühen Aufstiegsträumen will Klose dennoch nichts wissen. Er erinnerte daran, dass erst drei Spieltage absolviert seien, und betonte intern wie öffentlich, dass seine Mannschaft auf dem Boden bleiben müsse. Der Weltmeister von 2014 will genau diese Haltung auch selbst vorleben.
Beim „Club“ wird der gute Lauf auch als Ergebnis von Lehren aus den vergangenen Jahren gesehen. Nach Aussage Kloses war es wichtig, möglichst viele Spieler zu halten – obwohl die komplette Abwehrreihe neu zusammengestellt werden musste. Sportvorstand Joti Chatzialexiou sieht den Kader nun erstmals so aufgestellt, wie es den Vorstellungen und Möglichkeiten des Vereins entspricht. Dass mit Mohamed Ali Zoma sogar der Torjäger geblieben ist, gilt dabei ebenfalls als wichtiges Signal.
Klose freut sich zudem über den gewachsenen Konkurrenzkampf im Team. Schon ein Blick auf das Training zeige, dass die Mannschaft in der Breite besser besetzt sei, was die tägliche Arbeit für den Trainer deutlich angenehmer mache.
Fynn Otto wieder eine Option
Auch sportlich untermauern die Zahlen den Nürnberger Höhenflug: Elf Tore sind Ligabestwert, nur drei Gegentreffer sprechen für eine schnell gewonnene Stabilität in der neu formierten Defensive.
Für die Partie in Kiel kann Nürnberg im Abwehrzentrum wieder auf Fynn Otto setzen. Der Innenverteidiger hatte beim 4:1 gegen Arminia Bielefeld wegen Rückenproblemen gefehlt. Vertreten worden war er zuletzt vom erst 18 Jahre alten Kristian Mandic.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber