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Borneos Feuerhölle: Orang-Utan erstickt im Rauch

Borneos Brände werden zur tödlichen Falle: Ein geretteter Orang-Utan stirbt kurz darauf – wohl wegen des Rauchs.

03.09.2026, 12:36 Uhr

Orang-Utan stirbt nach Bränden auf Borneo offenbar an Rauchfolgen

Die anhaltenden Wald- und Flächenbrände auf Borneo haben offenbar einem Orang-Utan das Leben gekostet. Das erwachsene Männchen mit dem Namen Sampurna war auf einer Palmölplantage in der indonesischen Provinz West-Kalimantan in stark geschwächtem Zustand entdeckt worden, teilte das Forstministerium mit. Nur wenige Stunden nach seiner Bergung starb das Tier infolge schwerer Atemprobleme.

Nach Angaben der Behörden ergab die Obduktion unter anderem Schäden an der Lunge. Diese könnten auf eine längere Belastung durch Rauch sowie auf akuten Sauerstoffmangel zurückzuführen sein. Auf Borneo kommt es seit Wochen immer wieder zu schweren Bränden, durch die bereits auch andere Orang-Utans bedroht wurden.

Rettung kam zu spät

Anwohner fanden Sampurna am Sonntag im Bezirk Ketapang völlig entkräftet. Als ein gemeinsames Team der Naturschutzbehörde BKSDA und der Tier- und Naturschutzorganisation YIARI eintraf, konnte sich der Orang-Utan nicht mehr aufrichten und litt unter akuter Atemnot.

Tierärzte versorgten ihn zunächst mit Sauerstoff und Infusionen. Danach wurde er in ein Rehabilitationszentrum von YIARI gebracht. Die Einrichtung zählt zu den wichtigsten Stationen für den Orang-Utan-Schutz in Indonesien. Dort werden seit Jahren beschlagnahmte, verletzte oder verwaiste Tiere behandelt und auf eine spätere Auswilderung vorbereitet.

Trotz der schnellen Hilfe verschlechterte sich Sampurnas Zustand drastisch. Kurz darauf starb das etwa 20 Jahre alte Männchen. Laut Ministerium erklärte Murlan Dameria Pane von der örtlichen Naturschutzbehörde, man bedaure zutiefst, dass das Tier nicht habe gerettet werden können.

Orang-Utans auf Borneo
Sampurna war am Sonntag zunächst völlig geschwächt entdeckt worden – und starb später offenbar wegen Atemwegsproblemen. Quelle: -/Yayasan Inisiasi Alam Rehabilitasi Indonesia (YIARI)/dpa

Hinweise auf Rauchschäden

Schwere Brandverletzungen wurden bei Sampurna nach Behördenangaben nicht festgestellt. Allerdings beobachteten die Tierärzte deutliche Atemprobleme sowie Erbrechen. In der Umgebung, in der das Tier gefunden wurde, gab es den Helfern zufolge zudem keine Wasserquelle.

Noch am 16. August war Sampurna von einer Orang-Utan-Schutzeinheit von YIARI gesehen worden. Damals habe er sich noch normal bewegt. Rund zwei Wochen später war er tot.

Brände bedrohen den Lebensraum der Tiere

Der Fall zeigt nach Einschätzung der Behörden, wie gefährlich die Feuer für die ohnehin stark bedrohten Menschenaffen sind. Brände zerstören Nahrung und Rückzugsräume und treiben die Tiere auf Plantagen oder in andere Gebiete. Dort sind sie nicht nur starkem Rauch ausgesetzt, sondern geraten auch häufiger in Kontakt und Konflikte mit Menschen.

Orang-Utans stark gefährdet

Orang-Utans leben in freier Wildbahn nur noch auf Borneo und Sumatra. Ihr Lebensraum schrumpft jedoch stetig. Wälder werden unter anderem für Palmölplantagen, die Papierproduktion und den Abbau seltener Erden gerodet. Die Weltnaturschutzunion (IUCN) führt Orang-Utans inzwischen als vom Aussterben bedroht. Zusätzlich setzt auch Wilderei den Primaten zu.

Indonesien erlebt derzeit außerdem eine ausgeprägte Trockenperiode. Nach Regierungsangaben brannten allein im Juli in Kalimantan und auf Sumatra fast 95.000 Hektar Wald- und Landflächen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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