Acht Tage nach der verheerenden Sturzflut aus den Gletscherregionen des Himalaya ist die Zahl der Todesopfer in Nepal und Tibet auf mehr als 1.270 gestiegen. Nach Angaben der nepalesischen Polizei kamen in Nepal bislang 1.252 Menschen ums Leben. In Tibet erhöhte sich die Zahl der Toten nach Behördenangaben vom Mittwochabend (Ortszeit) von 16 auf 21.
Tausende Menschen werden vermisst
Die Zahl der Vermissten geht weiterhin in die Tausende. In Nepal wurden bis Donnerstagmorgen 4.875 Vermisste registriert, darunter 601 Ausländer. Für Tibet meldeten die Behörden 541 Vermisste. Neue Angaben zu den ausländischen Vermissten lagen zunächst nicht vor.
Das Auswärtige Amt rechnet nach Informationen aus Berlin derzeit mit einer hohen einstelligen Zahl vermisster Deutscher in beiden Ländern.
Eis- und Felsmassen als Auslöser
Wie groß das Ausmaß der Katastrophe insgesamt ist, bleibt weiterhin unklar. Als Ursache der Flut gilt der Abbruch großer Mengen von Gletschereis und Fels im Himalaya. Ein Zufahrtsweg zum besonders schwer betroffenen Grenzort Gyirong in der Autonomen Region Tibet ist inzwischen wieder befahrbar. Dadurch können Hilfsgüter besser in das Unglücksgebiet gebracht werden. Gleichzeitig überwachen die Behörden weiter die Wasserstände der Flüsse in der Region.
In Nepal konnten viele der geborgenen Toten bislang nicht identifiziert werden. Nach Behördenangaben werden häufig nur einzelne Leichenteile gefunden. Die Flutwelle riss ganze Dörfer mit sich. Der entstandene Schaden wird auf Milliardenhöhe geschätzt.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber