Allgemein

Gloria Steinem tot: Die Feministin wurde 92

Eine Ära endet: US-Feminismus-Ikone Gloria Steinem ist tot – warum ihr Vermächtnis bis heute Millionen prägt.

03.09.2026, 14:34 Uhr

Gloria Steinem mit 92 Jahren gestorben

Die US-amerikanische Feministin und Journalistin Gloria Steinem ist tot. Wie eine Sprecherin ihrer Stiftung der Deutschen Presse-Agentur mitteilte, starb sie am Mittwochabend im Alter von 92 Jahren in ihrem New Yorker Zuhause. Nach Angaben der Stiftung sei sie friedlich eingeschlafen, umgeben von engen Vertrauten, die sie selbst ihre „gewählte Familie“ nannte. Zur Todesursache wurden zunächst keine weiteren Informationen bekannt.

Steinem zählte über viele Jahrzehnte zu den wichtigsten Persönlichkeiten der Frauenrechtsbewegung in den Vereinigten Staaten. Seit dem Ende der 1960er Jahre engagierte sie sich unter anderem für das Recht auf Abtreibung, für politische Mitbestimmung von Frauen und für gesellschaftliche Gleichstellung. Sie war an der Gründung mehrerer feministischer Organisationen beteiligt, darunter des National Women’s Political Caucus, und wurde zu einer der bekanntesten Vertreterinnen der sogenannten zweiten Welle des Feminismus.

Undercover-Recherche als „Playboy Bunny“

Ihre öffentliche Bekanntheit begann zunächst im Journalismus. 1963 arbeitete Steinem für eine Reportage verdeckt als „Playboy Bunny“ in einem Playboy Club in New York. Anschließend veröffentlichte sie einen Bericht über die Arbeitsbedingungen der dort beschäftigten Frauen. 1968 wirkte sie zudem am Aufbau des New York Magazine mit, wo sie später als Autorin und politische Kolumnistin tätig war. Vier Jahre danach gehörte sie zu den Mitbegründerinnen des feministischen Magazins Ms.. Das Heft machte Themen wie das Recht auf Abtreibung, Benachteiligung im Berufsleben und Gewalt gegen Frauen einer breiten Öffentlichkeit zugänglich.

Steinem nimmt an einer Demonstration für Gleichberechtigung teil.
Seit den späten 1960er Jahren setzte sie sich unter anderem für das Recht auf Abtreibung, politische Teilhabe und gleiche Rechte ein. Quelle: Scott Applewhite/AP/dpa

Auch im hohen Alter blieb Steinem politisch und publizistisch präsent. Für ihren jahrzehntelangen Einsatz für Frauenrechte und Bürgerrechte erhielt sie 2013 von US-Präsident Barack Obama die Presidential Medal of Freedom, die höchste zivile Auszeichnung der USA.

Wenige Wochen nach ihrem Tod soll noch ein neues Buch von ihr erscheinen. Der Verlag Random House kündigte die Memoiren An Unexpected Life für den 22. September an. Darin blickt Steinem auf ihr Leben und auf mehr als 60 Jahre feministischen Engagements zurück. Nach Angaben ihrer Stiftung wird das Werk nun posthum veröffentlicht.

Außerdem plant die Stiftung, noch in diesem Jahr in New York eine Gedenkfeier für Gloria Steinem auszurichten.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

Zurück zur Startseite →
Kommentare 0
Hinterlassen Sie Ihren Kommentar

TOP Neueste Meldungen