Bayern

Innenminister: Politische Spur bei Brandanschlägen

Brandsätze nahe Münchner Rüstungsfirmen: Jetzt spricht der Innenminister von einem brisanten Verdacht.

03.09.2026, 14:25 Uhr

Herrmann spricht nach Vorfällen in München von Brandanschlägen

Nach dem Angriff auf eine Baustelle nahe dem Münchner Ostbahnhof sowie im Zusammenhang mit mehreren Firmen aus der Rüstungsbranche hat Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) von Brandanschlägen gesprochen. Betroffen gewesen seien nach seinen Angaben Gebäude und Baustellen, die direkt Rüstungs- und Sicherheitsunternehmen in München zugeordnet werden können. Bei einer Aussage in Nürnberg erklärte Herrmann zudem, es spreche vieles für einen politisch motivierten Hintergrund.

Minister warnt vor erhöhtem Anschlagsrisiko

Herrmann sagte, der Vorfall mache deutlich, dass derzeit – ähnlich wie zuletzt auch an anderen Orten in Deutschland – ein gestiegenes Risiko von Angriffen bestehe. Dieses richte sich sowohl gegen die eigene Infrastruktur als auch gegen Rüstungsunternehmen im Land.

Zwei Verdächtige nach nächtlichem Vorfall festgenommen

In der Nacht waren Brandsätze auf eine Baustelle geworfen worden, die sich in unmittelbarer Nähe zu Bürogebäuden von Rüstungsfirmen und unweit des Münchner Ostbahnhofs befindet. Gegen wen sich der Anschlag konkret richten sollte, war zunächst offen. Nach Einschätzung des Bayerischen Landeskriminalamts (LKA) gibt es jedoch Hinweise darauf, dass ein Rüstungsunternehmen Ziel der Tat gewesen sein könnte.

Feuer gelöscht, weiterer Brandsatz entschärft

Mindestens einer der geworfenen Brandsätze setzte ein Feuer in Gang, das von Polizeibeamten gelöscht wurde. Nach Angaben eines Polizeisprechers entstand kein größerer Sachschaden. Ein weiterer Spreng- beziehungsweise Brandsatz musste von Spezialkräften unschädlich gemacht werden.

Brandsätze auf Münchner Baustelle geworfen
Ein Spürhund war im Einsatz. Quelle: Peter Kneffel/dpa

Zeuge alarmierte die Polizei

Nach bisherigen Erkenntnissen wurden die Brandsätze gegen Mitternacht aus einem Auto heraus geworfen. Ein Zeuge beobachtete den Vorfall und verständigte die Polizei. Im Zuge der anschließenden Fahndung nahmen die Beamten eine 28 Jahre alte Frau und einen 38 Jahre alten Mann fest. Beide besitzen die bulgarische Staatsangehörigkeit und machten zunächst keine Angaben zu den Vorwürfen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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