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West-Nil-Virus: Schon über 1.000 Fälle in Europa

West-Nil-Virus auf dem Vormarsch: Schon 15 Länder in Europa sind betroffen – und jetzt ist auch Deutschland dabei.

05.09.2026, 04:30 Uhr

West-Nil-Virus breitet sich in Europa deutlich aus

Seit Beginn der Saison sind in Europa mehr als 1.000 Infektionen mit dem West-Nil-Virus gemeldet worden. Bis zum vergangenen Donnerstag wurden in sieben europäischen Staaten insgesamt 1.086 Fälle registriert, bei denen die Ansteckung jeweils im eigenen Land erfolgte und nicht im Zusammenhang mit Reisen stand.

Besonders in den vergangenen Wochen hat sich das Virus stark ausgebreitet. Anfang August waren laut Daten noch 241 Fälle in sieben Ländern bekannt. Inzwischen sind bereits 15 Staaten betroffen, wie das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) mitteilte.

Italien und Griechenland besonders betroffen

Die höchsten Fallzahlen verzeichnen Italien mit 516 Infektionen, Griechenland mit 284 Fällen – darunter 11 mit ungeklärter Herkunft der Ansteckung – sowie Spanien mit 88 Fällen. Für Deutschland sind mit Stand vom 3. September zwei Fälle bekannt. Auch in den Nachbarländern Frankreich, den Niederlanden und Österreich wurden Infektionen registriert.

Nach Angaben der Behörde sind europaweit insgesamt 144 Gebiete betroffen, davon allein 62 in Italien. Zugleich weist das ECDC darauf hin, dass diese Zahlen das tatsächliche Übertragungsgeschehen nicht vollständig abbilden.

Nach Einschätzung des Robert Koch-Instituts entwickelt rund ein Fünftel der Infizierten eine fieberhafte Erkrankung mit grippeähnlichen Beschwerden. Schwere Verläufe treten nur selten auf und betreffen etwa eine von 100 infizierten Personen. Übertragen wird das Virus vor allem durch Stechmücken, die es zwischen wildlebenden Vögeln weitergeben. Allerdings können diese Mücken auch Menschen infizieren. In den meisten Fällen heilt das West-Nil-Fieber ohne Komplikationen aus, bei schweren Krankheitsverläufen sind spätere Folgen jedoch vergleichsweise häufig.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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