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So verbringen Europas Väter wirklich Zeit mit Kindern

Väter spielen und bringen oft ins Bett – doch wenn das Kind krank wird, sind viele raus. Forscherin nennt Gründe.

13.05.2026, 10:00 Uhr

Studie: Väter übernehmen in Europa vor allem spielerische Kinderbetreuung

Väter in Europa engagieren sich bei der Betreuung ihrer Kinder einer Untersuchung zufolge besonders häufig bei interaktiven Aufgaben wie dem Spielen. Auch beim Ins-Bett-Bringen oder bei der Planung von Freizeitaktivitäten sagt in den neun untersuchten Ländern jeweils die Mehrheit der Befragten, diese Aufgaben mindestens genauso oft zu übernehmen wie die Partnerin. Das geht aus einer Auswertung des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung (BiB) in Wiesbaden hervor. Je nach Land reichen die Anteile von 68 Prozent in Deutschland bis 95 Prozent in Norwegen.

Versorgungsaufgaben bleiben häufiger an den Müttern hängen

Deutlich niedriger ist die Beteiligung von Vätern bei betreuenden und versorgenden Tätigkeiten, etwa wenn ein Kind krank ist oder Mahlzeiten zubereitet werden müssen. Nach Angaben der Forschenden berichten in Norwegen rund 80 Prozent der Väter, kranke Kinder mindestens ebenso oft wie ihre Partnerinnen zu versorgen. In Deutschland trifft das lediglich auf 42 Prozent zu.

BiB-Mitautorin Stefanie Hoherz erklärt, dass solche Aufgaben meist an feste Zeiten gebunden seien und sich daher schwieriger mit dem Beruf vereinbaren ließen. Aktivitäten wie Spielen oder Freizeitgestaltung böten dagegen mehr zeitliche Spielräume und könnten oft nach Feierabend oder am Wochenende übernommen werden. Für die Analyse wertete das Forschungsteam Daten von rund 5.500 Vätern aus, die zwischen 2020 und 2024 erhoben wurden.

Spielen wirkt sich positiver auf das Wohlbefinden aus

Zusätzlich untersuchte die Studie, wie einzelne Betreuungsaufgaben mit dem Wohlbefinden von Vätern zusammenhängen. Dabei zeigte sich: Wer nach eigener Einschätzung mindestens ebenso oft wie die Partnerin mit den Kindern spielt, ist im Schnitt zufriedener mit dem Leben. Die Pflege kranker Kinder ging dagegen häufiger mit einer geringeren Lebenszufriedenheit einher.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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