Die Rettungsschwimmerinnen und Rettungsschwimmer der DLRG haben im vergangenen Jahr bundesweit 1.154 Menschen das Leben gerettet. Damit lag die Zahl unter dem Vorjahreswert von 1.446, wie die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft mitteilte. In der Statistik sind nicht nur klassische Wasserrettungen enthalten, sondern auch Einsätze bei Herzinfarkten oder anderen Herz-Kreislauf-Notfällen am Strand und außerhalb von Badestellen.
704 Menschen wurden vor dem Ertrinken bewahrt. Im Jahr davor waren es 699. Für mindestens 393 Menschen kam allerdings jede Hilfe zu spät, sie starben im vergangenen Jahr. Das waren 18 weniger als 2024, als 411 Todesfälle registriert wurden.
DLRG warnt zum Start der Badesaison vor Übermut
Mit Blick auf die beginnende Badesaison warnte DLRG-Präsidentin Ute Vogt vor leichtsinnigem Verhalten. Wer übermütig handle, riskiere im Zweifel sein Leben. Gerade im Mai und häufig auch noch im Juni seien viele Gewässer noch kalt, an diese Temperaturen müsse sich der Körper erst langsam gewöhnen.
Nach Einschätzung der DLRG begeben sich besonders Menschen in Gefahr, die in fließenden oder stark befahrenen Gewässern baden oder schwimmen. Häufig geraten demnach ungeübte Schwimmerinnen und Schwimmer oder Nichtschwimmer in Not.
Größte Wasserrettungsorganisation der Welt
Nach eigenen Angaben ist die DLRG die größte Wasserrettungsorganisation der Welt. Zum Jahresende zählte sie mehr als 642.000 Mitglieder – so viele wie nie zuvor. Im Vergleich zu 2024 entspricht das einem Zuwachs von gut 2,3 Prozent.
Bundesweit waren laut DLRG mehr als 51.000 Helferinnen und Helfer im Einsatz, um für Sicherheit im und am Wasser zu sorgen. Ein Jahr zuvor hatte ihre Zahl noch bei fast 55.000 gelegen.
Millionen Stunden Einsatz an Badestellen und Küsten
Wie groß der Aufwand ist, zeigt der Blick auf die Einsatzbilanz: Die Wasserretterinnen und Wasserretter leisteten im vergangenen Jahr insgesamt 2,6 Millionen Einsatzstunden an Stränden, Flüssen und in Schwimmbädern. Dabei halfen sie rund 44.000 Menschen, etwa bei kleineren Verletzungen. Hinzu kamen knapp 4.000 weitere Einsätze, bei denen Sachwerte gesichert oder Tiere gerettet wurden.
Im Einsatz waren die Kräfte an mehr als 1.200 Gewässern und Schwimmbädern, darunter über 80 Strandabschnitte an Nord- und Ostsee. In der Hauptferienzeit des Hochsommers stehen zwischen Borkum und Usedom fast 850 Rettungsschwimmerinnen und Rettungsschwimmer gleichzeitig an den Küsten im Dienst.
Sorge um die Schwimmfähigkeit von Kindern
Aus Sicht von Experten ist der Einsatz der Lebensretter dringend nötig. Nach ihrer Einschätzung kann etwa die Hälfte aller Viertklässler nicht sicher schwimmen. Gerade an Seen und Flüssen steige das Risiko für Unfälle deutlich, wenn Kinder und Jugendliche keine guten Schwimmer seien. Deshalb gilt es als wichtig, dass Eltern mit ihren Kindern in Schwimmbäder gehen und ihnen dort unter Aufsicht das Schwimmen beibringen.
Als nachvollziehbar bezeichnete DLRG-Präsidentin Vogt daher auch strengere Regeln in einigen Bädern in Nordrhein-Westfalen: Dort dürfen Kinder ohne Bronze-Schwimmabzeichen und ohne Begleitperson teils nicht mehr hinein.
Mehr Nachwuchs bei den Rettungsschwimmern
Mut macht der DLRG vor allem das wachsende Interesse junger Menschen am Rettungsschwimmen. Erstmals wurden in einem Jahr mehr als 10.000 Prüfungen für das Junior-Retter-Abzeichen erfolgreich abgenommen. Insgesamt wurde das Abzeichen für Kinder ab zehn Jahren 10.239 Mal vergeben. Im Vorjahr waren es noch 9.377.
Wer später selbst als Rettungsschwimmer im Einsatz sein will, benötigt mindestens das Rettungsschwimmabzeichen in Silber. Diese Prüfung legten im vergangenen Jahr bei der DLRG knapp 40.825 Menschen ab – und damit deutlich mehr als im Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre mit 38.362.
Appell: Nur an sicheren Stellen schwimmen – ohne Alkohol und Drogen
Für die anstehende Badesaison rät die DLRG, möglichst in Schwimmbädern oder an bewachten Badestellen ins Wasser zu gehen. Außerdem warnen die Lebensretter vor Alkohol und anderen Drogen an Badetagen. Diese beeinträchtigten die Wahrnehmung, belasteten den Körper zusätzlich und förderten riskantes Verhalten – ein gefährlicher Mix im Wasser.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion