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Ameisensäure-Attacke: 27-Jährige muss 12 Jahre in Haft

Säure-Attacke auf den Ex: Er überlebt knapp, verliert fast sein Augenlicht – jetzt fällt das harte Urteil.

13.05.2026, 10:33 Uhr

Zwölf Jahre Haft nach Säureangriff auf Ex-Partner

Eine 27 Jahre alte Frau aus Niedersachsen ist vom Landgericht Braunschweig zu zwölf Jahren Freiheitsstrafe verurteilt worden. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass sie ihren Ex-Partner mit hochkonzentrierter Ameisensäure töten wollte. Verurteilt wurde sie wegen versuchten Mordes in Tateinheit mit schwerer und gefährlicher Körperverletzung. Dem Mann sprach die Kammer zudem 250.000 Euro Schmerzensgeld zu.

Nach den Feststellungen des Gerichts soll die Deutsche ihrem Noch-Ehemann im November 2025 im gemeinsamen Haus im Landkreis Wolfenbüttel die Säure ins Gesicht geschüttet haben. Hintergrund war demnach die bevorstehende Trennung: Der Mann wollte sich endgültig von ihr lösen und hatte bereits die Scheidung eingeleitet. Den Angriff im Keller des Hauses überlebte er nur knapp. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, eine Revision ist möglich. Das Aktenzeichen lautet: 9 Ks 112 Js 6742/25 (3/26).

Opfer nach 13 Operationen weiterhin nahezu komplett blind

Die Angeklagte hatte den Vorwurf eines gezielten Tötungsversuchs im Prozess bestritten. Ihrer Darstellung zufolge sei es bei einem Gerangel um die Flasche zu einem Unglück gekommen. Für die Richter ergaben jedoch die Beweisaufnahme und die Aussagen der Zeugen ein anderes Bild: Sie kamen zu dem Schluss, dass die Frau die Säure absichtlich auf ihren Ex-Partner schüttete.

Die Folgen für das Opfer sind gravierend. Trotz inzwischen 13 Operationen kann der Mann nach aktuellem Stand kaum noch sehen und lediglich zwischen Hell und Dunkel unterscheiden.

Die Staatsanwaltschaft hatte eine lebenslange Freiheitsstrafe gefordert. Die Nebenklage verlangte darüber hinaus die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld sowie ein Schmerzensgeld von 250.000 Euro. Die Verteidigung hatte auf Freispruch plädiert.

Hochgefährliche Chemikalie

Ameisensäure gilt als stark riechend und stechend. Sie wird unter anderem als Desinfektionsmittel und in Reinigungsprodukten eingesetzt. In Haushalten kommt sie häufig etwa zum Entkalken von Waschmaschinen zum Einsatz. Der Kontakt mit der Substanz oder ihren konzentrierten Dämpfen kann Atemwege und Augen stark reizen. Auf der Haut verursacht sie ab einer Konzentration von mehr als zehn Prozent teils schwere Verätzungen und Blasenbildung. Laut Anklage hatte die verwendete Ameisensäure eine Konzentration von 94 Prozent.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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