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Krasse Knochenfunde: Steinzeitmenschen aßen Mammut

Rätselhafte Schnitte an Mammutrippen: Was sie überraschend über das Überleben der Steinzeitmenschen in Eiszeit-Steppen enthüllen

04.06.2026, 04:30 Uhr

Neue Untersuchungen an einem bei Regensburg entdeckten Wollhaarmammut aus der letzten Eiszeit sprechen dafür, dass Menschen dessen Fleisch als Nahrung nutzten. An mehreren Rippen des etwa 27.000 bis 25.000 Jahre alten Tieres identifizierte ein interdisziplinäres Forschungsteam Schnittspuren, die wohl von altsteinzeitlichen Jägern und Sammlern mit Steinwerkzeugen stammen. Die Ergebnisse wurden in zwei Studien im Fachjournal Journal of Archaeological Science veröffentlicht.

Das Mammut war bereits 2020 in Riekofen im Landkreis Regensburg bei Bauarbeiten entdeckt worden, als ein Gebäude aus dem 18. Jahrhundert abgerissen wurde. Neben einem fast 2,5 Meter langen Stoßzahn kamen im Verlauf der Bergung mehr als 70 Knochen und Knochenfragmente ans Licht.

Rippe wohl als Schneidbrett genutzt

Besonders aufschlussreich waren Einkerbungen auf mehreren Rippen. Nach Einschätzung der Forschenden handelt es sich um Schnittspuren, die mit Steinwerkzeugen verursacht wurden. Das gilt als deutlicher Hinweis darauf, dass Menschen den Kadaver zerlegten und das Fleisch verwerteten. Einer der Knochen könnte dabei sogar als eine Art Schneidbrett gedient haben.

Zwar suchte das Team auch im Umfeld des Fundorts nach den verwendeten Steinwerkzeugen, konnte jedoch keine finden. Ebenfalls offen bleibt, ob das Mammut tatsächlich von Menschen getötet wurde oder ob sie ein bereits verendetes Tier nutzten.

Als gesichert bewerten die Wissenschaftler jedoch, dass die Spuren nicht von anderen Tieren stammen, die sich möglicherweise ebenfalls an dem Kadaver bedienten.

Junges, aber außergewöhnlich großes Mammut

Die paläontologische Untersuchung ergab, dass sämtliche Knochen und auch der Stoßzahn zu einem einzigen Wollhaarmammut (Mammuthus primigenius) gehören. Das Tier war noch nicht voll ausgewachsen, aber bereits sehr groß und erreichte vermutlich eine Schulterhöhe von rund drei Metern.

Nach Einschätzung des Forschungsteams starb das Mammut in der Nähe des späteren Fundorts. Anschließend wurde es in Sedimenten eines eiszeitlichen Tümpels oder eines langsam fließenden Zulaufs der damaligen Ur-Donau eingebettet.

Die Forschenden sprechen von einer kleinen Sensation. Zum einen sind Mammutskelette in dieser Region äußerst selten. Zum anderen liefert der Fund ungewöhnlich klare Hinweise auf menschliche Aktivitäten in Bayern während des Höhepunkts der letzten Eiszeit. Aus dieser besonders kalten Phase gibt es in der Region bislang nur wenige Belege für menschliches Leben, da sich viele Gruppen von Jägern und Sammlern klimabedingt weiter nach Süden und Osten zurückgezogen hatten.

Leben in einer baumlosen Kältesteppe

Pollenanalysen zeigen, dass das Mammut in einer offenen, baumlosen und tundraartigen Steppenlandschaft lebte. Die Durchschnittstemperaturen lagen damals weltweit im Mittel rund sechs Grad unter den heutigen Werten.

Menschen suchten unter diesen Bedingungen Schutz in Höhlen oder in Hütten, die teils aus Mammutknochen und Tierhäuten errichtet wurden. Holz war in der kargen Steppe kaum vorhanden.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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