Schleswig-Holstein

Tödlicher GSG-9-Unfall: Polizist lud falsche Munition

War es ein fataler Fehler? Nach dem Tod eines Bundespolizisten in Putlos vermuten Ermittler eine Munitions-Verwechslung.

04.06.2026, 10:37 Uhr

Nach dem tödlichen Vorfall bei einem Schießtraining der Bundespolizei auf dem Truppenübungsplatz Putlos in Schleswig-Holstein ermitteln die Behörden gegen einen Beamten wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung.

Nach Angaben von Polizei und Staatsanwaltschaft deuten die bisherigen Erkenntnisse darauf hin, dass ein Mitglied der Spezialeinheit GSG 9 beim Laden einer für die Übung vorgesehenen Waffe offenbar Übungsmunition mit scharfer Munition verwechselte. Während des anschließenden Trainings, das ausschließlich mit Übungsmunition stattfinden sollte, fiel dann ein Schuss mit scharfer Munition.

Am Abend des 11. Mai wurde auf dem Gelände der Bundeswehr bei Oldenburg in Holstein ein Polizist tödlich getroffen. Trotz sofort eingeleiteter Rettungsmaßnahmen starb der Mann noch am Einsatzort.

Hinweise auf ein Unfallgeschehen

Wie Polizei und Staatsanwaltschaft mitteilten, haben sich die ersten Anzeichen verdichtet, dass es sich um ein Unglück handeln könnte. Die Ermittlungen gegen den Beamten, der den Schuss abgegeben hat, dauern jedoch weiterhin an.

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) hatte den Vorfall bereits als äußerst tragischen Unfall bezeichnet. Die GSG 9 ist eine Spezialeinheit der Bundespolizei, die vor allem zur Bekämpfung des Terrorismus eingesetzt wird.

Der Truppenübungsplatz Putlos, unweit von Fehmarn gelegen, ist laut Bundeswehr überwiegend flach und nur leicht hügelig. Neben geringem Baumbestand gehören auch Strandabschnitte und Steilküsten zum Gelände. Dort können Einsatzkräfte komplexe Szenarien und unterschiedliche Schießübungen trainieren.

Bundespolizist bei Schießtraining tödlich verletzt
Der Vorfall ereignete sich am 11. Mai. (Symbolbild) Quelle: Markus Scholz/dpa

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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