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Mondstaub-Streit: Forscherin muss Probe zurückgeben

30 Jahre lag wertvoller Mondstaub unerkannt herum – bis ein geplanter Verkauf aufflog und der erstaunliche Fall ans Licht kam.

03.06.2026, 13:57 Uhr

Die Angehörigen einer tschechischen Wissenschaftlerin müssen seltenen Mondstaub und Mondgestein an die Akademie der Wissenschaften in Prag zurückgeben. Das entschied nun das Oberste Gericht. Die Familie hatte die Proben über viele Jahre privat aufbewahrt.

Der Fall kam ans Licht, nachdem eine Ausfuhrgenehmigung für das Material als Kulturgut beantragt worden war. Nach Einschätzung der Behörden sollte es vermutlich im Ausland an Sammler verkauft werden. Daraufhin zog die Akademie gegen die Familie ihrer früheren Mitarbeiterin vor Gericht und bekam nun endgültig recht.

Proben stammen aus dem sowjetischen Luna-Programm

Bei den Stücken handelt es sich laut Urteil um etwa ein Gramm Fragmente von Mondgestein sowie rund ein Gramm Mondstaub. Aufbewahrt wurden die Proben in insgesamt 16 Ampullen und kleinen Behältern. Gesammelt worden waren sie in den 1970er Jahren von sowjetischen Raumsonden des Luna-Programms.

Gericht: Übergabe erfolgte nicht privat

Die Tochter der Forscherin hatte eingewandt, innerhalb der Akademie habe über mehr als drei Jahrzehnte niemand das Material vermisst. Die Richter folgten dieser Argumentation jedoch nicht. Sie kamen zu dem Schluss, dass die Wissenschaftlerin die Mondproben während einer Forschungsreise in die Sowjetunion als Vertreterin der Akademie entgegengenommen hatte – und nicht als Privatperson.

Für die Entscheidung wurden Zeugen gehört und Unterlagen aus jener Zeit ausgewertet, darunter Reiseberichte. Nach Ansicht des Gerichts musste der Forscherin aufgrund ihrer Funktion bewusst gewesen sein, dass die Proben niemals in ihr persönliches Eigentum übergingen.

Mondmaterial ist meist Staatseigentum

Mondstaub und Mondgestein, die auf die Erde gebracht wurden, befinden sich in der Regel in staatlichem Besitz. Wie wertvoll solche Stücke sein können, zeigte auch ein Fall in New York: Dort wurde vor rund neun Jahren ein Beutel mit Resten von Mondstaub für umgerechnet etwa 1,6 Millionen Euro versteigert. In diesem Beutel hatte Neil Armstrong 1969 Gesteinsproben vom Mond transportiert.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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