Raumfahrtexperte Ludwig Moeller hält es nach wie vor für denkbar, dass ein Deutscher als erster europäischer Astronaut in Richtung Mond startet. Anlass ist die überraschende Ankündigung der Nasa, den Italiener Luca Parmitano 2027 in das Mondprogramm „Artemis“ aufzunehmen. Er soll jedoch an der Mission „Artemis 3“ teilnehmen, die nach aktuellem Stand nicht bis zum Mond führen, sondern in Erdnähe bleiben soll.
Moeller, Direktor des Wiener Raumfahrt-Thinktanks Espi, sieht darin keinen Widerspruch zu einem möglichen deutschen Premierenerfolg. Nach seiner Einschätzung kollidiert Parmitanos Nominierung nicht mit dem Ziel, dass ein Deutscher der erste Europäer auf einer tatsächlichen Mondmission sein könnte, da „Artemis 3“ keine Mondreise im eigentlichen Sinn sei.
Keine Landung vorgesehen
Die etwa zweiwöchige Mission soll anders als zunächst geplant nicht auf dem Mond landen. Stattdessen steht ein technischer Test im Mittelpunkt: Das Raumschiff „Orion“ soll das Andocken an Mondlandesysteme erproben. Ziel ist es, entscheidende Verfahren für eine spätere Mondlandung vorab und möglichst in Erdnähe zu testen.
Parmitano wegen spezieller Qualifikation ausgewählt
Esa-Generaldirektor Josef Aschbacher hatte zuvor erklärt, Parmitano sei wegen des konkreten Anforderungsprofils ausgewählt worden. Die Nasa habe ausdrücklich nach einem Testpiloten gesucht. Innerhalb des Astronautenkorps der Esa sei Parmitano der einzige mit dieser Qualifikation.
Bereits im November hatte Aschbacher gesagt, dass die ersten Europäer auf künftigen Mondmissionen aus Deutschland, Frankreich und Italien kommen würden. Deutschland sei dabei zunächst an erster Stelle vorgesehen gewesen. Durch Änderungen im Artemis-Programm müssten die Plätze für Esa-Astronauten inzwischen jedoch neu verhandelt werden.
Zusammenarbeit mit den USA bleibt zentral
Für Moeller ist Parmitanos überraschender Einsatz bei „Artemis 3“ auch ein Signal dafür, dass die Zusammenarbeit zwischen Europa und den USA in der Raumfahrt weiterhin eine zentrale Rolle spielen wird. Aus seiner Sicht bleibt die transatlantische Partnerschaft ein wichtiger Baustein für kommende internationale Missionen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion