Bayern

München holt Petr Popelka als neuen Musikchef

Überraschung an der Staatsoper: Warum Blume in Popelka weit mehr als einen Star-Dirigenten sieht – und was das Orchester verrät.

10.06.2026, 15:27 Uhr

Der tschechische Dirigent Petr Popelka übernimmt zur Spielzeit 2029/30 das Amt des Generalmusikdirektors an der Bayerischen Staatsoper in München. Er folgt damit auf Vladimir Jurowski, wie Bayerns Kunstminister Markus Blume (CSU) mitteilte. Blume bezeichnete den 40-Jährigen als „Idealbesetzung“: Popelka verbinde künstlerische Exzellenz mit einem tiefen Verständnis dafür, was einen großen Klangkörper zusammenhalte und erfolgreich mache.

Im Königssaal des Nationaltheaters unterzeichnete Popelka inzwischen gemeinsam mit Blume den Vertrag. Mit dabei war auch Staatsintendant Serge Dorny, mit dem er künftig die Geschicke des Opernhauses prägen soll.

Für den Wechsel nach München wird Popelka sein Amt als Chefdirigent der Wiener Symphoniker aufgeben, das er seit 2024 innehat. Dem Orchester wolle er dennoch eng verbunden bleiben und weiterhin regelmäßig als Gastdirigent nach Wien zurückkehren. Über das Bayerische Staatsorchester sagte Popelka, der Funke sei sofort übergesprungen und habe ihn „tief ins Herz“ getroffen. Gerade deshalb habe er sich entschieden, die Position anzunehmen. Die Aufgabe erfülle ihn mit großem Respekt, aber auch mit Entschlossenheit und Freude.

Vom Kontrabassisten ans Dirigentenpult

Schon seit Längerem war spekuliert worden, dass Popelka künftig eng mit Staatsintendant Serge Dorny zusammenarbeiten könnte. Der aus Prag stammende Dirigent und Komponist gilt als einer der aufstrebenden Musiker seiner Generation. Seine Laufbahn begann er unter anderem als stellvertretender Solo-Kontrabassist bei der Sächsischen Staatskapelle Dresden. Danach war er unter anderem musikalischer Leiter des Norwegischen Rundfunkorchesters in Oslo, bevor er im Herbst 2024 nach Wien wechselte.

„Liebe auf den ersten Blick“

Nach den Worten von Markus Blume war Popelka der klare Wunschkandidat des Orchesters. Die Entscheidung sei beinahe wie eine „Liebe auf den ersten Blick“ gewesen. Auch Serge Dorny lobte den designierten Generalmusikdirektor: Popelka bringe außergewöhnliche musikalische Substanz und zugleich echte menschliche Qualität mit. Zudem sei sein Weg vom Orchestermusiker ans Dirigentenpult bemerkenswert schnell verlaufen.

Jurowski hatte seinen Abschied von der Staatsoper bereits vor einiger Zeit angekündigt. Während Intendant Serge Dorny mindestens bis 2031 im Amt bleibt, war Jurowskis Vertrag zunächst nur um zwei statt um fünf Jahre verlängert worden. Später kam noch ein weiteres Jahr hinzu, sodass er die Saison 2028/29 noch als Generalmusikdirektor verantworten wird.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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