Wirtschaft

VW-Comeback: Heiß zurück im Aufsichtsrat

Kurz vor der brisanten VW-Sitzung ist der Aufsichtsrat wieder komplett – und am Freitag drohen Entscheidungen mit Sprengkraft.

03.09.2026, 16:01 Uhr

VW-Aufsichtsrat wieder komplett vor wichtiger Sitzung

Kurz vor einer möglicherweise richtungsweisenden Sitzung des VW-Aufsichtsrats ist das Gremium wieder vollständig besetzt. Wie der Konzern mitteilte, kehrt Marianne Heiß in den Aufsichtsrat zurück. Das Gericht habe sie mit sofortiger Wirkung bis zur nächsten Hauptversammlung bestellt. Sie übernimmt auf der Seite der Anteilseigner einen zuletzt unbesetzten Platz und wurde zudem zur Vorsitzenden des Prüfungsausschusses gewählt.

An den Mehrheitsverhältnissen ändert ihre Rückkehr zwar nichts, das gewohnte Kräftegleichgewicht ist damit aber wiederhergestellt. Der VW-Aufsichtsrat besteht aus 20 Mitgliedern. Zehn davon vertreten die Eigentümer, darunter auch Vertreter des Landes Niedersachsen. Die übrigen zehn Sitze entfallen auf die Arbeitnehmerseite. Kommt es zu Stimmengleichheit, kann Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch mit einer zweiten Stimme den Ausschlag geben.

Heiß, die aus Österreich stammt, gehörte dem Kontrollgremium bereits von Februar 2018 bis Juli 2025 an. Nun kehrt sie auf den Platz zurück, der zuletzt von Susanne Wiegand besetzt war. Die frühere Renk-Chefin hatte ihre Kandidatur für eine Wiederwahl vor der VW-Hauptversammlung im Juni kurzfristig zurückgezogen. Sie war nur ein Jahr Mitglied des Aufsichtsrats.

Konflikt um Sparprogramm spitzt sich zu

Am Freitag will der VW-Aufsichtsrat erneut über die Sparvorhaben des Vorstands unter Konzernchef Oliver Blume beraten. Im Mittelpunkt stehen unter anderem die Zukunft von vier Werken in Deutschland sowie ein zusätzlicher Stellenabbau von bis zu 50.000 Arbeitsplätzen weltweit.

Bei der Sitzung wird mit harten Auseinandersetzungen gerechnet. Niedersachsen und die Arbeitnehmervertreter stellen sich gemeinsam gegen die Pläne. Ob am Ende ein Kompromiss gelingt oder der Konflikt um den künftigen Kurs von Volkswagen weiter eskaliert, ist derzeit offen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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