Wirtschaft

Jetzt fix: Xiaomis E-Autos kommen 2027 nach DE

Nürburgring-Rekorde, China-Boom: Xiaomi macht Ernst – und seine Elektroautos könnten früher nach Europa kommen als gedacht.

03.09.2026, 13:03 Uhr

Xiaomi bringt E-Autos ab 2027 nach Deutschland

Xiaomi will seine Elektrofahrzeuge ab dem Jahr 2027 in Deutschland sowie in weiteren europäischen Märkten anbieten. Auf der Berliner Technikmesse IFA kündigte der chinesische Konzern dafür erste Schritte zum Aufbau von Vertrieb und Service an und unterzeichnete Absichtserklärungen mit acht großen deutschen Autohandelsgruppen.

Zu den vorgesehenen Partnern zählen Emil Frey Germany, die Ernst Dello Gruppe, Autohaus Dinnebier, Hahn Automobile, die LUEG Mobility Gruppe, Fett & Wirtz, SPT Avior und Penske-Jacobs. Gemeinsam sollen sie ein breites Netz aus Verkaufsstandorten und Werkstätten schaffen.

Europa als langfristiger Markt

Nach Angaben von Yu Liguo, Vizepräsident von Xiaomi Auto und verantwortlich für das Auslandsgeschäft, plant das Unternehmen dauerhaft in Europa zu investieren. Neben dem bestehenden Forschungs- und Entwicklungsstandort in München seien starke lokale Handelspartner entscheidend, um den Einstieg in den Markt verlässlich umzusetzen.

In China hat Xiaomi seit dem Start der Elektrolimousine SU7 im Frühjahr 2024 nach eigener Darstellung bereits mehr als 700.000 Fahrzeuge ausgeliefert. Einen früheren Verkaufsstart in Europa hatte der Konzern bislang ausgeschlossen, da die Produktionskapazitäten wegen der hohen Nachfrage im Heimatmarkt ausgelastet waren.

Aufmerksamkeit durch Auftritte am Nürburgring

Zuletzt hatte Xiaomi in Deutschland vor allem mit Tests auf der Nürburgring-Nordschleife für Aufmerksamkeit gesorgt. Dort erzielte der Hersteller mehrere Bestmarken. So hält der SU7 Ultra als Serienfahrzeug den Rundenrekord unter elektrischen Oberklassemodellen. Außerdem absolvierte das SUV YU7 GT die Strecke kürzlich vollständig autonom und ohne Fahrer.

Schneller Aufstieg zum Autohersteller

Auf dem chinesischen Markt ist Xiaomi in kurzer Zeit gelungen, woran viele Technologieunternehmen gescheitert sind: der erfolgreiche Einstieg in die Autoindustrie. Seit der Einführung des SU7 hat sich der Konzern innerhalb von gut zwei Jahren in die Spitzengruppe der chinesischen E-Auto-Anbieter vorgearbeitet.

Statt vor allem über günstige Einstiegsmodelle Marktanteile zu gewinnen, setzt Xiaomi auf das margenstärkere Premium- und Technologiesegment. In China wurde die SU7-Familie zur meistverkauften Limousine in der Preisklasse ab 200.000 Yuan, also rund 24.000 Euro. Das neu gestartete SUV YU7 kam innerhalb von nur 18 Stunden auf mehr als 240.000 feste Bestellungen. Damit hat sich das Autogeschäft neben den Smartphones zum wichtigsten Wachstumstreiber des Unternehmens entwickelt.

Strategie über das Auto hinaus

Xiaomi ist nach Apple und Samsung der drittgrößte Smartphone-Hersteller der Welt. Der Schritt in den Automarkt gehört zur Konzernstrategie "Human × Car × Home". Ziel ist es, Fahrzeuge, Smartphones und vernetzte Haushaltsgeräte über das eigene Betriebssystem sowie KI-Funktionen miteinander zu verbinden.

Begleitend dazu kündigte Xiaomi auf der IFA an, künftig auch das Angebot seiner Haushaltsgerätemarke Mijia in Europa auszubauen. Zudem sollen eigene Halbleiter der Reihe "XRING" stärker auf dem europäischen Markt eingeführt werden.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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