Ein großer Teil der Bevölkerung in Deutschland wäre laut einer Umfrage bereit, für dauerhaft wirksame Sozialreformen vorübergehende persönliche Belastungen zu akzeptieren. In der repräsentativen Civey-Erhebung im Auftrag des Verbands der Elektro- und Digitalindustrie (ZVEI) erklärten das 41 Prozent der 5.000 befragten Erwachsenen.
Am größten ist diese Bereitschaft bei den 30- bis 39-Jährigen: 56 Prozent würden zeitlich befristete Nachteile hinnehmen, wenn damit entsprechende Reformen verbunden sind. Unter den 18- bis 29-Jährigen liegt dieser Wert bei 46 Prozent. Am niedrigsten fällt die Zustimmung bei den 40- bis 49-Jährigen aus, wo nur 24 Prozent dazu bereit wären.
Unabhängig vom Alter herrscht jedoch weitgehend Einigkeit darüber, dass Deutschland umfassende politische Veränderungen braucht. 83 Prozent der Befragten sind der Ansicht, dass Reformen nötig sind — nicht zuletzt, um die sozialen Sicherungssysteme langfristig tragfähig zu machen.
Weniger Bürokratie steht ganz oben
An erster Stelle der Reformwünsche steht für viele ein deutlicher Abbau von Bürokratie, den 44 Prozent fordern. Ebenfalls häufig genannt werden ein wirksamerer Einsatz staatlicher Mittel (36 Prozent) sowie langfristig finanzierbare Sozialsysteme (35 Prozent). 32 Prozent wünschen sich zudem, dass Stromkosten spürbar sinken.
ZVEI-Präsident Daniel Hager sieht in den Ergebnissen ein klares Signal: Die Menschen wollten Veränderungen, weil der bloße Erhalt des bisherigen Zustands nicht ausreiche, während sich das Umfeld immer schneller verändere. Gefragt seien keine kurzfristigen Maßnahmen, sondern strukturelle Verbesserungen und verlässliche Entlastungen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber