Wirtschaft

Jetzt droht Streik: IG Metall mobilisiert

Jetzt wird’s ernst: IG Metall ruft in Bayern zu Warnstreiks auf – diese Regionen und Betriebe stehen im Fokus.

06.11.2026, 05:00 Uhr

Die IG Metall hat in Bayern zehntausende Beschäftigte zu Warnstreiks mobilisiert. Nach Angaben der Gewerkschaft sind am Freitag Arbeitsniederlegungen in insgesamt 105 Betrieben geplant. Nach einer Woche täglicher Warnstreiks wollen Gewerkschaft und Arbeitgeber jedoch bald wieder an den Verhandlungstisch zurückkehren: Die dritte Verhandlungsrunde in der Tarifrunde der Metall- und Elektroindustrie ist für Montag im Münchner Gewerkschaftshaus angesetzt.

Besonders im Raum Nürnberg sollen Beschäftigte in mehr als 30 Betrieben ab 11 Uhr die Arbeit niederlegen. Laut IG Metall werden dort sowohl die kompletten Spät- als auch Nachtschichten bestreikt und fallen vollständig aus.

Auch bei BMW in Dingolfing ist eine Aktion vorgesehen: Die Spätschicht soll dort zweieinhalb Stunden früher enden und damit vorzeitig ins Wochenende starten.

Darüber hinaus kündigte die Gewerkschaft mehrere Kundgebungen an, unter anderem bei Siemens Healthineers in Kemnath, Bosch Rexroth in Elchingen, Kögel Trailer in Burtenbach und Kern Liebers in Schwabmünchen.

Eine schnelle Einigung zeichnet sich bislang nicht ab. Bayerns IG-Metall-Bezirksleiter und Verhandlungsführer Horst Ott erklärte, die Warnstreiks im ganzen Freistaat seien ein deutliches Signal an die Arbeitgeber. Die Beschäftigten forderten höhere Einkommen und verlässliche Perspektiven für ihre Arbeitsplätze. Die Arbeitgeber sollten diese Signale ernst nehmen und ein besseres Angebot vorlegen.

Der Verband der bayerischen Metall- und Elektroindustrie (vbm) hält dagegen und verlangt seinerseits mehr Bewegung von der Gewerkschaft. Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt forderte weniger Streiks und mehr Lösungswillen. Die IG Metall solle sich dem Angebot der Arbeitgeber annähern.

Inhaltlich liegen beide Seiten weiter auseinander: Die IG Metall verlangt einen einjährigen Tarifvertrag und fünf Prozent mehr Lohn. Die Arbeitgeber verweisen auf die schwierige wirtschaftliche Lage vieler Unternehmen und bieten für das kommende Jahr eine Einmalzahlung von einem Prozent des Bruttojahresgehalts sowie für 2028 eine Tariferhöhung von 1,3 Prozent an.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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