Wirtschaft

Rheinmetall pumpt 260 Millionen nach Nordhessen

Hinter Rheinmetalls Mega-Plan für Nordhessen: 1.000 Jobs, Drohnenzentrum und Hunderte Millionen Euro.

27.08.2026, 12:38 Uhr

Deutschlands größter Rüstungskonzern Rheinmetall will gemeinsam mit dem Land Hessen den Verteidigungsstandort in Nordhessen deutlich ausbauen. Eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichneten Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) und Rheinmetall-Chef Armin Papperger am Flughafen Kassel-Calden.

Nach Angaben des Unternehmens sollen in den kommenden Jahren mehr als 260 Millionen Euro in das Werk in Kassel sowie in den Flughafen fließen. Das Land Hessen will das Vorhaben nach den neuesten Angaben mit rund 25 Millionen Euro unterstützen.

Ausbau von Werk, Logistik und Drohnentechnik

Geplant sind die Erweiterung des Rheinmetall-Standorts in Kassel, der Aufbau eines zentralen Logistik- und Trainingsstandorts sowie die Einrichtung eines Drohnentestzentrums am Flughafen Kassel-Calden. Auf einer zusätzlichen Nutzfläche von mehr als 30.000 Quadratmetern sollen dort Lagerflächen entstehen, die die Just-in-Time-Produktion im Kasseler Werk unterstützen.

Ergänzt wird das Projekt durch das bereits Anfang August angekündigte Hessische Drohnenkompetenzzentrum. Dafür stellt das Land weitere acht Millionen Euro bereit. Betrieben werden soll die Einrichtung von der Technischen Universität Darmstadt.

Mit dem geplanten „Defence Hub Nordhessen“ bekennt sich die Landesregierung nach den Worten von Boris Rhein zugleich klar zum Kassel Airport. Der Flughafen bleibe ein zentraler Baustein der Verkehrsinfrastruktur in Nordhessen. Ziel ist es, Nordhessen zu einem wichtigen Knotenpunkt für moderne Verteidigungstechnologie zu entwickeln und den Airport strategisch aufzuwerten. Dabei sollen die industrielle Basis in Kassel und die Infrastruktur des Flughafens enger miteinander verknüpft werden.

Mehr als 1.000 neue Jobs in Aussicht

Langfristig könnten dadurch an den Standorten Kassel und Calden mehr als 1.000 neue Arbeitsplätze entstehen. Rheinmetall-Chef Papperger bezeichnete Kassel als das größte Panzerwerk Europas. Ein Schwerpunkt der Produktion soll der Radpanzer „Boxer“ sein.

Derzeit arbeiten am Rheinmetall-Standort Kassel rund 2.200 Menschen. Nach Einschätzung des Unternehmens könnte die Zahl innerhalb der nächsten eineinhalb Jahre auf etwa 3.500 Beschäftigte steigen. Im neuen Zentrum in Calden sollen nach aktueller Planung mindestens 130 Menschen arbeiten, perspektivisch seien dort rund 200 Stellen möglich. Für das Werk Kassel wird ein Anstieg auf mehr als 3.000 Beschäftigte erwartet.

Auch über Nordhessen hinaus plant Rheinmetall einen deutlichen Personalaufbau: Bis 2029 will der Konzern seine Belegschaft von derzeit etwa 35.000 auf rund 70.000 Beschäftigte verdoppeln.

Positive Effekte für die Region erwartet

Von dem Ausbau des Defence Hub Nordhessen werden nach Angaben der Beteiligten auch positive Auswirkungen für Zulieferer und Dienstleister in der Region erwartet. Papperger begründete die Investitionen zudem mit bedeutenden Aufträgen im Bereich militärischer Fahrzeuge, die Rheinmetall künftig aus dem In- und Ausland erwarte.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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