Wirtschaft

Immobilien-Schock: Helaba-Gewinn stürzt ab

Damit hatte selbst die Helaba nicht gerechnet: Die Halbjahreszahlen schocken – und die Jahresprognose ist plötzlich hinfällig.

27.08.2026, 10:00 Uhr

Die Helaba hat in den ersten sechs Monaten des Jahres einen starken Ergebniseinbruch verzeichnet. Belastungen im Geschäft mit gewerblichen Immobilien setzten Deutschlands drittgrößter Landesbank, der Landesbank Hessen-Thüringen, deutlich zu. Der Vorsteuergewinn sank auf 194 Millionen Euro, nachdem im Vorjahreszeitraum noch 458 Millionen Euro erzielt worden waren. Auch der Überschuss ging deutlich zurück und fiel von 342 auf 148 Millionen Euro.

Helaba-Chef Thomas Groß sprach von einem Halbjahresergebnis, das hinter den eigenen Erwartungen zurückbleibe. Deshalb senkte das Institut auch seine Prognose für das Gesamtjahr: Statt eines Vorsteuergewinns von 600 bis 700 Millionen Euro rechnet der Vorstand nun nur noch mit rund 500 Millionen Euro.

Zwar hatte sich die Bank nach dem Rekordniveau im Gesamtjahr 2026 angesichts der unsicheren globalen Lage bereits auf niedrigere Gewinne eingestellt, das Ausmaß des Rückgangs fiel jedoch stärker aus als erwartet.

Vorstand tritt auf die Kostenbremse

Als Reaktion auf die schwächere Entwicklung will die Helaba auch sparen. Bei der Tochter OFB, die sich zuletzt als Projektentwickler auf Büroimmobilien in Deutschland konzentriert hat, kündigte Groß eine deutliche Restrukturierung und Neuaufstellung an. Nach seinen Worten gibt es dort einen erheblichen Personalabbau-Bedarf; Gespräche mit dem Betriebsrat laufen bereits. Die OFB Projektentwicklung GmbH beschäftigt nach jüngsten Angaben 140 Menschen.

Auch konzernweit stellt sich die Bank auf sinkende Mitarbeiterzahlen ein. Groß sagte, in den kommenden Jahren solle weniger stark nachbesetzt werden. Die Belegschaft werde dadurch zunächst leicht und später stärker schrumpfen, auch weil die Helaba die Möglichkeiten künstlicher Intelligenz nutzen wolle. Ende Juni zählte die Helaba-Gruppe rund 6.900 Beschäftigte. Eine konkrete Zielgröße nannte der Vorstandschef nicht.

Höhere Risikovorsorge wegen Gewerbeimmobilien

Nach Angaben der Helaba wurde das Halbjahresergebnis maßgeblich durch anhaltende geopolitische Spannungen, gestiegene Marktzinsen und die weiterhin schwache wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland beeinflusst.

Besonders problematisch bleibt das Geschäft mit Gewerbeimmobilien, in dem die Bank stark vertreten ist. Weil durch den Trend zum Homeoffice weniger Büroflächen benötigt werden, steht dieser Markt in vielen Ländern seit Längerem unter Druck. Vor diesem Hintergrund stockte die Helaba ihre Risikovorsorge für mögliche Kreditausfälle deutlich auf: Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2025 erhöhte sie sich um 53 Prozent auf 198 Millionen Euro.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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