Wirtschaft

Nach Ebay-Kauf: Gamestop-Chef plant Kahlschlag

Milliarden-Deal ohne klares Geld? Wie Gamestop Ebay schlucken will, ist offen – doch der Chef schmiedet schon radikale Pläne.

06.05.2026, 03:27 Uhr

Cohen kündigt bei möglicher Ebay-Übernahme harte Einschnitte an

Der Gamestop-Chef Ryan Cohen hat für den Fall eines erfolgreichen Kaufs von Ebay deutliche Stellenstreichungen bei der Online-Plattform in Aussicht gestellt. In dem Podcast „TBPN“ sagte er, Ebay sei aus seiner Sicht mit viel zu vielen Mitarbeitern aufgestellt. Sinngemäß erklärte Cohen, er könne das Unternehmen sogar von zu Hause aus führen. Eine Belegschaft von mehr als 11.000 Menschen sei seiner Meinung nach nicht nachvollziehbar. Größere Organisationen arbeiteten langsamer, deshalb seien niedrigere Kosten für ihn der entscheidende Hebel, um Ebay effizienter zu machen.

Nach den jüngsten Unternehmensangaben beschäftigte Ebay zum Jahresende 12.300 Menschen, darunter 7.200 in den USA.

Cohen: „Ich will Ebay besitzen“

Gamestop hatte am Wochenende ein Übernahmeangebot für Ebay im Umfang von rund 56 Milliarden US-Dollar vorgelegt. Laut Cohen soll der Kaufpreis jeweils zur Hälfte aus Bargeld und Aktien bestehen. Wie die Finanzierung genau aussehen soll, ist bislang aber offen. Unter anderem müsste Gamestop in großem Umfang neue Aktien ausgeben, um auf Basis des aktuellen Börsenkurses einen Gegenwert von 28 Milliarden Dollar zu erreichen. Im Podcast sprach Cohen außerdem davon, die Aktien beider Konzerne zusammenzuführen.

Seine Ziele formulierte er dabei sehr klar: Er wolle Ebay besitzen, die Firma selbst führen und daraus „sein Baby“ machen. Schon am Wochenende hatte er erklärt, dass ein Zusammenschluss von Gamestop und Ebay aus seiner Sicht einen stärkeren Rivalen für den weltgrößten Online-Händler Amazon schaffen könnte. Allerdings ist Gamestop im Vergleich zu Ebay deutlich kleiner.

Cohen war vor seiner Zeit bei Gamestop als Mitgründer und Chef des Tierbedarf-Händlers Chewy bekannt geworden. 2020 stieg er mit einer größeren Beteiligung bei Gamestop ein und kritisierte damals die Führung des Unternehmens als zu träge beim Ausbau des Online-Geschäfts. 2023 übernahm er schließlich selbst die Leitung. Seitdem wurden zahlreiche Filialen geschlossen, während der Schwerpunkt stärker auf Produkte wie Sammelkarten und Retro-Konsolen gelegt wurde, die gezielt auf Nostalgie unter Spielern setzen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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