Wirtschaft

Galeria zahlt für mehrere Filialen weiter keine Miete

Trotz Versprechen: Galeria zahlt vielerorts weiter Miete nur teilweise oder gar nicht – jetzt wächst der Druck auf den Konzern.

29.05.2026, 12:54 Uhr

Die Warenhauskette Galeria hat bei mehreren Filialen weiterhin offene Mietzahlungen. Zu den betroffenen Häusern zählt auch der Standort am Berliner Alexanderplatz. Nach Angaben eines Sprechers von Commerz Real, dem Eigentümer der Immobilie, seien die Mieten für März und April bislang nicht vollständig beglichen worden, auch die Mai-Miete stehe noch aus. Man arbeite zwar an einer Lösung, prüfe jedoch zugleich andere Optionen.

Commerz Real forderte die Galeria-Eigentümer außerdem auf, ihre Verantwortung als Betreiber stärker wahrzunehmen. Genannt wurden dabei unter anderem Instandhaltungsmaßnahmen und dringende Renovierungen. Aus Sicht des Vermieters braucht es zudem spürbare strategische Investitionen, um das Handelskonzept zu modernisieren. Erst im Februar hatten sich beide Seiten auf eine Verlängerung der Nutzungsvereinbarung bis Ende März 2027 geeinigt.

Gespräche über neuen Kredit

Auch ein weiterer Vermieter bestätigte, dass Galeria die Mieten für April und Mai nicht überwiesen habe. Das Unternehmen wollte laufende Gespräche mit Vertragspartnern nicht kommentieren, widersprach den Vorwürfen aber auch nicht.

Schon vor einigen Wochen hatten mehrere Vermieter über ausgebliebene Zahlungen geklagt. Galeria verwies damals auf Schwankungen bei der Liquidität und erklärte, man habe Vermieter um eine Stundung gebeten. Dies sei jedoch nicht überall akzeptiert worden. In einzelnen Fällen seien Zahlungen im Rahmen laufender Verhandlungen zunächst ausgesetzt worden, sollten aber später nachgeholt werden. Wie aus Unternehmenskreisen verlautete, verhandelt Galeria derzeit außerdem über einen neuen Großkredit.

Weitere Schließungen nicht ausgeschlossen

Galeria beschäftigt rund 12.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und betreibt aktuell 83 Warenhäuser. Dennoch könnte das Filialnetz weiter verkleinert werden. Im März hatte das Unternehmen angekündigt, die Mietverträge von acht Standorten neu verhandeln zu wollen. Dabei wurden auch mögliche Schließungen nicht ausgeschlossen.

Betroffen sind die Filialen in München (Rotkreuzplatz), Berlin (Kurfürstendamm, Hermannplatz), Köln (Hohe Straße, Breite Straße), Mannheim, Braunschweig und Aschaffenburg. Als Ursache nannte Galeria die weiterhin schwierige Situation im innerstädtischen Einzelhandel.

Bereits Anfang 2024 hatte Galeria zum dritten Mal in vier Jahren Insolvenz angemeldet. Gründe waren unter anderem die Krise des Mutterkonzerns Signa sowie die hohen Mietbelastungen. Im Sommer 2024 wurden neun Häuser geschlossen. Seitdem befindet sich Galeria im Besitz der US-Investmentgesellschaft NRDC und einer Beteiligungsgesellschaft des Unternehmers Bernd Beetz.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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