Tarifliche Einigung bei Mahle in Neustadt an der Donau
Die IG Metall und der Autozulieferer Mahle haben nach Angaben der Gewerkschaft eine tarifliche Lösung für die Beschäftigten am Standort Neustadt an der Donau in Niederbayern erzielt. Trotz der geplanten Schließung des Werks seien damit wichtige soziale Sicherungen für die Belegschaft erreicht worden, erklärte Rico Irmischer, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Regensburg. Eine Stellungnahme von Mahle lag am Abend zunächst nicht vor.
Mahle, ein Stuttgarter Hersteller von Fahrzeug-Klimaanlagen, hatte vor Kurzem angekündigt, das Werk in Neustadt im ersten Halbjahr 2027 schließen zu wollen. Daraufhin traten die Beschäftigten am Dienstag in einen unbefristeten Streik. In einer Urabstimmung hatten sich 98,4 Prozent der IG-Metall-Mitglieder unter den rund 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern dafür ausgesprochen.
Abfindungen richten sich nach Alter und Betriebszugehörigkeit
Nach Angaben der IG Metall hängt die Höhe der Abfindungen von mehreren Faktoren ab, darunter das Alter der Beschäftigten und ihre Dauer im Unternehmen. Zusätzliche Zahlungen seien unter anderem für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Kindern oder einer Schwerbehinderung vorgesehen. Vereinbart worden seien außerdem ein Härtefallfonds sowie eine Transfergesellschaft.
Der Arbeitskampf soll zunächst weitergehen, bis die IG-Metall-Mitglieder in einer zweiten Urabstimmung über das Verhandlungsergebnis und ein mögliches Ende des Streiks entschieden haben. Für die Annahme reicht laut Gewerkschaft eine Zustimmung von mindestens 25 Prozent. Die Abstimmung ist für kommenden Montag vorgesehen.
Mahle verweist auf wirtschaftliche Gründe
Das Unternehmen begründet die geplante Schließung mit auslaufenden Aufträgen, der schwachen Lage in der Autoindustrie sowie wachsendem Kostendruck durch asiatische Wettbewerber in Europa. Ein wirtschaftlicher Weiterbetrieb des Standorts sei deshalb nicht möglich, hatte Mahle zuletzt mitgeteilt.
Die IG Metall weist diese Darstellung zurück. Aus Sicht der Gewerkschaft soll ein profitabler Standort aufgegeben und die Produktion stattdessen in die Slowakei verlagert werden.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion