„Kuddelmuddel“ ist plattdeutsches Wort des Jahres 2026
Das plattdeutsche Wort des Jahres 2026 lautet „Kuddelmuddel“. Das gaben das Fritz-Reuter-Literaturmuseum in Stavenhagen und der Heimatverband Mecklenburg-Vorpommern bekannt.
Nach Angaben der Veranstalter setzte sich der Begriff durch, weil er besonders bildhaft, humorvoll und zugleich im Alltag weit verbreitet ist. Gemeint sind Situationen, in denen einiges durcheinandergerät. Vorgeschlagen wurde das Wort vom Plattdeutschkurs des Evangelischen Schulzentrums Demmin „Katharina von Bora“. Eingereicht hatte es die stellvertretende Schulleiterin Bianka von Pokrzywnicki.
In der Kategorie Redewendung/Sprichwort gewann der Satz „Man möt ierst krupen, ihrer man löppt“. Auf Hochdeutsch bedeutet das: „Man muss erst kriechen, bevor man läuft.“ Die Jury würdigte damit eine knappe und anschauliche Lebensweisheit: Fortschritt braucht Zeit, Geduld und viele kleine Schritte. Der Vorschlag kam von Gerlinde Block aus Lübz.
Jugendpreis für „gnaddelig“
Den Jugendpreis 2026 erhielt die 16-jährige Jule Bolz aus Siedenbrünzow. Sie hatte das Wort „gnaddelig“ eingereicht, das so viel wie mürrisch oder schlecht gelaunt bedeutet.
Ausgezeichnet wurde außerdem eine Wortneuschöpfung, die besonders Menschen im Homeoffice bekannt vorkommen dürfte: „Tauhusmarachen“. Das plattdeutsche Wort beschreibt das Arbeiten von zu Hause aus, wobei „marachen“ für rackern oder schwer arbeiten steht. Eingesandt wurde der Begriff von Siegfried Kasten aus Goldenstädt.
Die offizielle Bekanntgabe der Gewinner war für heute ab 10 Uhr im Schloss der Reuterstadt Stavenhagen vorgesehen. Im Jahr 2025 waren rund 100 Einsendungen aus dem In- und Ausland eingegangen. Über die Auswahl entscheidet jeweils eine Fachjury.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion