Wirtschaft

KI-Siri floppt: Apple zahlt jetzt 250 Millionen Dollar

Große KI-Versprechen, viel Werbung – und jetzt wird es für Apple richtig teuer: Was hinter dem Siri-Vergleich steckt

06.05.2026, 01:29 Uhr

Apple will Klage wegen verzögerter KI-Funktionen mit Millionenvergleich beenden

Apple möchte einen Rechtsstreit um verspätete neue KI-Funktionen mit einem Vergleich über 250 Millionen US-Dollar (etwa 214 Millionen Euro) abschließen. Die Einigung wurde einer Bundesrichterin im US-Bundesstaat Kalifornien zur Genehmigung vorgelegt. Geld erhalten sollen Kundinnen und Kunden in den USA, die in einem festgelegten Zeitraum bestimmte damals neue iPhone-Modelle gekauft haben.

Auslöser der Klage ist die verschobene Einführung einer stärker personalisierten Siri-Version mit Künstlicher Intelligenz. Apple hatte diese Neuerungen auf der Entwicklerkonferenz WWDC im Juni 2024 angekündigt und rund um den Marktstart der iPhone-16-Reihe im Herbst teils auch beworben. Die neue Siri sollte vor allem deshalb nützlich sein, weil sie auf persönliche Nutzerdaten zugreifen und appübergreifend auf Apple-Geräten helfen kann.

Im März 2025 räumte Apple dann ein, dass sich die Einführung verzögert. Später erklärte der Konzern, die Software habe noch nicht zuverlässig genug gearbeitet, um veröffentlicht zu werden. Inzwischen stellt Apple die personalisierte Siri weiter für dieses Jahr in Aussicht. Andere bereits vorgestellte KI-Funktionen wie Live-Übersetzungen und Textüberarbeitung wurden seitdem schrittweise eingeführt.

Entschädigung für iPhone-Käufer in den USA

Von der Vergleichsvereinbarung sollen US-Kunden profitieren, die zwischen der WWDC-Präsentation am 10. Juni 2024 und Apples Eingeständnis der Verzögerung am 29. März 2025 ein iPhone 16, ein anderes Modell der iPhone-16-Serie oder ein iPhone 15 Pro gekauft haben. Mit der Einigung erkennt Apple kein Fehlverhalten an.

Bei der WWDC 2024 hatte Softwarechef Craig Federighi unter anderem gezeigt, wie Siri künftig komplexere Alltagsfragen beantworten soll. In einem Beispiel sollte ein Arbeitstermin verschoben werden, während Siri gleichzeitig prüfen sollte, ob danach noch genug Zeit bleibt, um rechtzeitig zu einer Theateraufführung der Tochter zu kommen. Dafür müsste das System Termine, Orte und Verkehrszeiten zusammenführen. Apples ursprünglicher technischer Ansatz für solche Funktionen erwies sich jedoch als nicht zielführend, weshalb das Unternehmen den Kurs zwischenzeitlich änderte.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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